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Wetter aktuell

Weltwetterorganisation: Der globale Wasserkreislauf gerät aus den
Fugen



Ein neuer Bericht der Weltwetterorganisation WMO zum Zustand der
globalen Wasserressourcen warnt vor gravierenden Langzeitfolgen für
Mensch und Wirtschaft. Der globale Wasserkreislauf wird zunehmend
unberechenbarer und schwankt stark zwischen Dürre und Fluten.


Am heutigen Donnerstag (17.09.2026) hat die Weltwetterorganisation
(WMO) einen bereits viel beachteten Bericht zum Zustand der globalen
Wasserressourcen veröffentlicht. Darin warnt sie, dass der
Wasserkreislauf zunehmend aus den Fugen gerät und zwischen Extremen
schwankt ? mit gravierenden Langzeitfolgen für Mensch und Wirtschaft.
Der Report bewertet den Zustand von Flussgebieten, Wasserspeichern,
Grundwasserspiegeln und Gletschern und setzt diesen in den Kontext
von Wetterextremen und dem Klimawandel.

Flusseinzugsgebiete
Mit Blick auf die Abflüsse war das Jahr 2025 global eines der
trockensten der letzten 35 Jahre: In über einem Drittel der
Flussgebiete lag der Wert unter dem Durchschnitt. 2025 war bereits
das siebte Jahr in Folge, in dem Flüsse mit normalen Wasserständen in
der Minderheit waren. Während Regionen wie der Amazonas, der Mittlere
Osten, das La-Plata-Becken in Südamerika und die Region um das Kap
Horn unter mehrjährigen, anhaltenden Dürren litten, kam es andernorts
zu massiven Überschwemmungen. Vor allem in Süd- und Südostasien sowie
in einigen afrikanischen Ländern führten wiederholte
Starkniederschläge zu schweren Fluten.

Wasserspeicher und Grundwasserspiegel
Bereits seit 2014 schrumpfen die globalen Wasserspeicher
kontinuierlich in immer mehr Gebieten. Zudem gerät das Grundwasser
zunehmend in Gefahr: Bei knapp zwei Dritteln der weltweit gemessenen
Brunnen lagen die Werte außerhalb des historischen Normalbereichs ?
meist handelte es sich dabei um Defizite.

Schneeflächen und Gletscher
Während in Europa deutlich unterdurchschnittlich viel Schnee lag,
herrschten in Asien und Nordamerika starke regionale Kontraste. Bei
den Gletschern setzt sich der besorgniserregende Trend fort: Im
vierten Jahr in Folge schmolzen die Eismassen in allen großen
Gletscherregionen rasant ab. Die Folgen sind gravierend: Das Auftauen
destabilisiert ganze Landschaften und erhöht beispielsweise das
Risiko von gewaltigen Gletscher- und Bergstürzen sowie von
Gletscherseeausbrüchen, sogenannten "Glacial Lake Outburst Floods",
kurz GLOFs.

Insbesondere die Kombination aus kurzfristig immer stärker
schwankenden Niederschlägen und langfristig schrumpfenden
Wasserpuffern ist laut WMO besorgniserregend. Grundwasser, Gletscher
und Schneereserven funktionieren normalerweise wie ein "Sparkonto":
Sie speichern Wasser und können Trockenperioden abpuffern. Wenn diese
Reserven jedoch dauerhaft abnehmen, führt eine einzelne Dürre oder
trockene Saison eher zu einem größeren Versorgungsproblem. Die
Weltwetterorganisation (WMO) betont, dass es sich nicht um eine
schlichte, weltweite Austrocknung handelt, sondern um einen zunehmend
gestörten Wasserkreislauf. Dieser ist von Wetterextremen,
unberechenbaren Flüssen und schrumpfenden Süßwasserreserven geprägt ?
eine Entwicklung, die die Wasserversorgung, die Landwirtschaft,
Ökosysteme und Volkswirtschaften künftig massiv unter Druck setzen
kann.


Dipl.- Met. Adrian Leyser Sturm

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 17.09.2026

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