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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Sonntag, den 26.07.2026 um 10.30 UTC



Beginn einer neuen Hitzewelle. Allmählich ansteigendes Gewitterpotential in
energiereicher Luftmasse.
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Synoptische Entwicklung bis zum Sonntag, den 02.08.2026


Mit Beginn der Mittelfrist am Mittwoch reicht ein Trog von Finnland zur
Ostukraine. Ein umfangreiches Höhenhoch liegt über dem Nordwesten Afrikas. Die
Achse seines Rückens reicht über die Alpen und Deutschland bis nach Südnorwegen
und schwenkt in der Folge ostwärts. Damit kippt die Höhenströmung von
Westnordwest auf eine südwestliche Richtung. Am Boden befindet sich ein Hoch
über Polen und ein Trog liegt über Nordwest- und Westeuropa. Deutschland liegt
dabei auf dessen Vorderseite. Mit einer südwestlichen Anströmung gelangen in
einer kräftigen Warmluftadvektion teils sehr heiße Luftmassen nach Deutschland.
Bis zum Abend steigt die Temperatur in 850 hPa im Südwesten von 18 auf 21 Grad,
im Nordosten von 11 auf 15 Grad. Im Norden liegt feuchtwarme und instabile Luft,
es fehlt dort aber am Auslösemechanismus.

Am Donnerstag verstärkt sich die Trogvorderseite über Deutschland. An ihr wird
ein nordostwärts laufender Randtrog interessant. Dieser löst im Nordwesten und
der westlichen Mitte örtlich Schauer und Gewitter aus; dies gilt in
abgeschwächter Form auch für die Nacht zum Freitag. Eine verbreitete Auslöse
wird allerdings nicht simuliert, da der dynamische Antrieb zu gering ist. Die
Erwärmung geht trotz des bereits erreichten hohen Niveaus weiter. Gegen 18 UTC
werden in 850 hPa von Nordost nach
Südwest 20 bis 25 Grad simuliert. Im Nordwesten im Bereich des Randtroges ist es
nicht ganz so warm, die 850 hPa-Temperatur erreicht dort 18 Grad.

Am Freitag reicht der Höhenkeil vom westlichen Mittelmeer über Ostmittel- ins
nahe Osteuropa. Der Trog, ausgehend von der Norwegischen See, schwenkt rasch von
den Britischen Inseln nach Schweden. Ihm folgt vom Atlantik ein weiterer Trog
nach Irland. Eine Kaltfront schwenkt nach Deutschland und erreicht bis zum Abend
eine Linie Eifel-Brandenburg. Der thermische Gradient über Deutschland ist
enorm: Am Abend reicht die Temperaturspanne zwischen knapp 26 Grad im
Berchtesgadener Land und 9 Grad über Helgoland, wohlgemerkt im 850-hPa-Niveau.
Im Vorfeld der Kaltfront sowie mit der Front selbst kommt es zur lokalen Auslöse
von kräftigen Gewittern in einer sehr energiereichen Luftmasse. Zur Frage der
Verteilung zeigen sich noch Unsicherheiten.

Am Samstag schwenkt der Trog über Irland noch etwas ostwärts und erneuert den
Haupttrog über Nordwesteuropa. Deutschland bleibt auf dessen Vorderseite. Die
Kaltfront über Deutschland kommt noch etwas nach Südosten voran, liegt dann
strömungsparallel und wird quasistationär und schleift über Süddeutschland. Sie
trennt sehr heiße Luft im Südosten (bis zu 23 Grad an der Grenze zu
Oberösterreich in 850 hPa) und kühlere Meeresluft im Nordwesten (7 Grad über
Sylt). Ein Randtrog aktiviert diese im Tagesverlauf, und es soll von Südwesten
nach Nordosten zu einer erstmals
verbreiteteren Auslöse von kräftigen Schauern und Gewittern kommen. Diese
schwächen sich in der Nacht zum Sonntag ab. Zu den Schwerpunkten der Auslöse von
Schauern und Gewittern gibt es noch Unsicherheiten.

Am Sonntag befindet sich Deutschland weiterhin zwischen hohem Geopotential von
Marokko bis Rumänien und einem Höhentief über dem Südteil der Norwegischen See
in südwestlicher Anströmung. Im Tagesverlauf dringt ein neuer Randtrog von
Westeuropa Richtung Deutschland vor und sorgt erneut für die Auslösung einzelner
kräftiger Gewitter bevorzugt in der mittleren Westhälfte. Die Kaltfront über
Süddeutschland trennt weiterhin heiße Luftmassen im Südosten (25 Grad in 850
hPa) von kühlerer im Nordwesten (10 Grad auf Sylt).

In der erweiterten Mittelfrist am Montag und Dienstag ändert sich an der
großräumigen Struktur kaum etwas. Deutschland verbleibt auf der Vorderseite des
Troges. Die wellende Front über Deutschland dringt langsam zu den Alpen vor. Sie
trennt weiterhin sehr heiße Luft im Süden von deutlich kühlerer
Meeresluft im Nordwesten. Randtröge sorgen wiederholt für kräftige Gewitter in
einem Bereich von Südwest- nach Nordostdeutschland.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Zu Beginn der Mittelfrist am Mittwoch liegt Mitteleuropa unter der Rückenachse
zwischen hohem Geopotential über Nordwestafrika und Trögen über dem nahen
Osteuropa sowie dem Nordatlantik in einer Höhenströmung, die von Westnordwest
auf Südwest kippt. Der Rücken schwenkt in der Folge
über Mittelost- nach Osteuropa. Am Boden wird, auch durch kräftige
Warmluftadvektion ein Hoch mit Schwerpunkt über Ostmitteleuropa gestützt.
Deutschland befindet sich auf der Vorderseite eines Troges über Nordwest- und
Westeuropa. Während der Südosten in heißer Luft und unter Hochdruckeinfluss
liegt, befindet sich die Frontalzone nördlich von Nordwestdeutschland. Die
Konsistenz mit den Vorläufen ist bis Samstag Früh recht gut. Eine Kaltfront
kommt am Samstag bis in den Süden voran. Der gestrige Mittagslauf war
diesbezüglich weniger progressiv, der gestrige Morgenlauf ist recht ähnlich zum
neuesten Modell-Lauf. Ab Samstag nimmt die Konsistenz ab.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Die anderen Modelle simulieren die Entwicklung recht ähnlich, selbst das
Vordringen der Kaltfront am Samstag zeigt keine großen Unterschiede zwischen
ICON, IFS und GFS. UK10 dagegen ist progressiver aufgestellt. Während bei den
anderen Modellen die Kaltfront erst zu Wochenbeginn auf den Alpenraum
übergreift, überquert diese bei UK10 bereits am Samstag die Alpen und dringt in
der Folge weiter südöstlich voran.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Rauchfahnen:
Das Geopotential in 500 hPa nimmt von Donnerstag bis zum Beginn der nächsten
Woche leicht zurück, ab Freitag nehmen die Unsicherheiten diesbezüglich stark
zu. Beim Niederschlag gibt es ab Donnerstag leichte Signale, wobei der Hauptlauf
meist trocken bleibt. Die Temperatur in 500 hPa steigt bis Donnerstag an. In
Süddeutschland deutet sich in der Folge ein geringer Rückgang der Temperatur an,
während in der Mitte ein signifikanter und im Norden ein spürbarer Rückgang zum
Wochenende erwartbar ist. Die Unsicherheiten nehmen jedoch überall rasch zu. Zu
Wochenbeginn deutet sich mit größerer Unsicherheit nochmals eine vorübergehender
leichter Temperaturanstieg an.

Cluster:
Für Mittwoch und Donnerstag werden vier Cluster angeboten, die nahezu alle dem
Regime "NAO positiv" angehören. Die Unterschiede für Deutschland sind sehr
gering. Abweichend hiervon zeigt das 2. Cluster für Donnerstag das Regime
"Blocking" an. Der Kontroll-Lauf wird Cluster 1 mit 17 Membern zugeordnet.
Für Freitag bis Sonntag wird ein Cluster angeboten mit dem Regime "NAO positiv".

In der erweiterten Mittelfrist werden drei Cluster angeboten. Der Kontroll-Lauf
befindet sich hierbei in Cluster 1 mit 20 Membern, das am Montag das Regime "NAO
positiv", am Dienstag das Regime "atlantischer Rücken" sowie am Mittwoch "NAO
negativ" rechnet. Cluster 2 mit 20 Membern rechnet durchweg das Regime "NAO
positiv", Cluster 3 mit 11 Membern "NAO negativ". Die Unterschiede für
Deutschland nehmen damit zu. Eine einigermaßen verlässliche Trendprognose kann
damit zum jetzigen Zeitpunkt nicht abgeleitet werden.

FAZIT:
Die Mittelfrist steht im Zeichen einer ausgeprägten Hitzewelle,
deren Fokus im Süden und Südosten liegt. Zum Wochenende deutet sich ein Rückgang
der Wärmebelastung an. Im Laufe der Mittelfrist bildet sich ein zweiter Fokus,
die Gewitter heraus. Besonders am Wochenende deutet sich Ungemach in einer sehr
energiereichen Luftmasse an. Dabei gibt es jedoch noch Unsicherheiten beim
Schwerpunkt der Gewitteraktivität.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


GEWITTER:
Am Mittwoch am Alpenrand, am Donnerstag und Freitag vom Südwesten bis in den
Nordosten lokale einzelne starke Gewitter mit Starkregen und auch Sturmböen
sowie Hagel wahrscheinlich. Vereinzelt vor allem am Freitag örtlich
unwetterartige Gewitter mit lokal heftigem Starkregen, großem Hagel und schweren
Sturmböen wahrscheinlich.

Temperatur:
EFI:
Ab Mittwoch von Südwesten starke bis extrem starke Signale für ein sehr
ungewöhnliches Temperaturereignis. Der EFI ist im Süden für mehrere Tage am
oberen Limit und der SOT oberhalb 1.
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Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-ENS, MOSMIX, UK10
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VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Markus Eifried


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