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Wetter aktuell Winter versus Vorfrühling Mancherorts gibt es Traditionen und Bräuche, die den Winter "vertreiben" sollen. Ein kurzer Abriss zu solchen Brauchtümern und ob das Wetter in den kommenden Tagen weiterhin einen eher winterlichen oder eher vorfrühlingshaften Charakter aufweist, ist im heutigen Thema des Tages nachzulesen. Am gestrigen Mittwoch gingen die närrischen Tage zu Ende und die vierzigtägige Fastenzeit begann. Fasching, Fas(t)nacht oder Karneval blickt regional auf eine lange Tradition zurück. Verschiedene Bräuche dienten unter anderem der "Vertreibung" des Winters. Zum einen wurden hierfür Masken getragen. Zum anderen erzeugte die Verwendung von Schellen, Karbatschen oder Rätschen Lärm, was den Winter verschrecken sollte. Diese lärmerzeugenden Gegenstände sind bekannte Beispiele für Narrenattribute der schwäbisch-alemannischen Fasnet. Eine weitere Tradition, den Winter zu vertreiben, ist beispielsweise das "Funkenfeuer". Dies ist ebenfalls vor allem im schwäbisch-alemannischen Raum bekannt. Traditionell wird am Sonntagabend nach Aschermittwoch ("Funkensonntag") ein großer Reisighaufen entzündet, auf dem eine Puppe aus Stroh befestigt ist, die den Winter symbolisieren soll. In hügeligen oder bergigen Gegenden gibt es auch die Methode, ein brennendes Rad ("Feuerrad") einen Hügel oder Berg hinunterrollen zu lassen. Wiederum gibt es Ortschaften, in denen die Dorfjugend von Haus zu Haus zieht. Dabei trägt ein Kind ein Strohkleid, was den Winter symbolisieren soll. Ein anderes Kind symbolisiert wiederum den Sommer, indem es ein Kleid aus immergrünen Gewächsen trägt. Alle Bräuche und Traditionen haben letztendlich gemein, dass der Winter symbolisch vertrieben werden soll. Insbesondere in früherer Zeit hoffte man auf ein gutes Frühjahr und einen schönen, langen Sommer mit einer ertragreichen Ernte. Zurück in die Gegenwart und hin zu der Frage, wie es beim Wetter in den kommenden Tagen bis zum "Funkensonntag" aussieht? Tiefdruckeinfluss sorgt weiterhin für wechselhaftes Wetter mit reichlich Niederschlag. So konkurrieren am heutigen Donnerstag ein Tief mit Kern über Nordfrankreich und eines mit Kern über Norditalien um die Vorherrschaft über das Wettergeschehen in der Südwesthälfte Deutschlands. Im Tagesverlauf verliert das nordfranzösische zu Gunsten des norditalienischen Tiefs. Die heute Mittag gebietsweise noch auftretenden Niederschläge werden sukzessive weniger. Am Nachmittag und Abend setzen dann in weiten Teilen Bayerns teils kräftige Schneefälle ein, die an den Alpen und im Alpenvorland bis Freitagmorgen anhalten. Dabei kommt einiges an Neuschnee zusammen: An den Alpen sind 20 bis 30 Zentimeter zu erwarten, in den Staulagen liegen die Neuschneemengen um 40 Zentimeter. Ansonsten akkumulieren sich die Neuschneemengen auf 5 bis 15 Zentimeter. Im Norden und Osten Deutschlands bemerkt man von alldem nichts. Bei wechselnder Bewölkung kann die Sonne gebietsweise durchaus länger zum Vorschein kommen. Die Höchsttemperatur liegt allerdings nur im niedrigen einstelligen Bereich, gebietsweise tritt auch Dauerfrost auf. Allgemein gilt, dass der Ostwind vorübergehend auffrischt und jegliches Wettergeschehen bzw. selbst das ruhige Wetter in der Nordosthälfte ungemütlich erscheinen lässt. In der Nacht zum Freitag wird es dann in weiten Teilen Deutschlands erneut frostig, nur im Westen und Südwesten bleibt es örtlich frostfrei. Ansonsten liegt die Tiefsttemperatur bei Werten zwischen -2 und -10 Grad, im Nordosten ist abermals strenger Frost um -12 Grad zu erwarten. Am morgigen Freitag lassen die Schneefälle an den Alpen allmählich nach. Auch im Westen und Südwesten Deutschlands ist der Himmel wolkenverhangen. Zudem ziehen von Westen leichte Regenfälle auf, die im Tagesverlauf auch Teile der Mitte erfassen. In den restlichen Landesteilen ist es bei schwachwindigen Verhältnissen heiter, teils auch länger sonnig und trocken. Allerdings liegt die Höchsttemperatur abermals im niedrigen einstelligen Bereich oder verharrt im leichten Dauerfrostbereich. In der Nacht zum Samstag kommen die Niederschläge weiter ostwärts voran und gehen in den frostigen Regionen in gefrierenden Regen über. Zunächst kann gebietsweise die Schneephase auftreten und auch die aufgrund eines kräftigen Südwestwinds schnell nach Nordosten vorankommende milde Luft sollte die Glatteislage etwas abmildern. Dennoch sollte man Vorsicht walten lassen und seine Fahrweise den örtlichen Bedingungen entsprechend anpassen. Am Wochenende sind frostige Nächte kein Thema mehr und auch die Höchsttemperaturen haben etwas Vorfrühlingshaftes an sich. Am Samstag liegen diese bei meist 5 bis 10 Grad, im Westen und Südwesten auch bis 13 Grad. Am Sonntag werden verbreitet Werte über der 10-Grad-Marke erreicht, am Oberrhein sind bis zu 16 Grad möglich, nur im Nordosten verbleiben sie noch bei 7 bis 9 Grad. Die Sonne sucht man aber meist vergeblich am Himmel und es regnet verbreitet, zeitweise mitunter kräftig. Dazu weht ein strammer Südwest- bis Westwind und verleiht dem Ganzen einen alles andere als vorfrühlingshaften Charakter. M.Sc. Tanja Egerer Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 19.02.2026 Copyright (c) Deutscher Wetterdienst |
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