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Wetter aktuell Der Winter hat sein Pulver noch nicht verschossen! Seit dem Jahreswechsel ist der Winter samt aller möglicher Wettererscheinungen fester Bestandteil unserer Berichterstattung. Daran ändert sich bis Monatsende nichts. Wir müssen uns auf Glätte, Frost, Schnee und Glatteis einstellen. Tiefausläufer brachten und bringen feuchte Luft zu uns. Aus Osten strömt kalte Luft ins Land, aus Westen und Süden wird hingegen mildere Luft advehiert. Diese milde Luft macht sich nicht wirklich am Boden bemerkbar, sie ist eher "höhenaktiv". Bedeutet: Der fallende Niederschlag schmilzt in einer gewissen Höhe und wird zu Regen. Dieser fällt dann in relativ kalte Luft am Boden, wo die Belagstemperatur von Straßen und Wegen teils unter 0 Grad liegt. Im Ergebnis friert der Regen auf Belägen und es bildet sich Glatteis. Das ist je nach Niederschlagsmenge recht dick oder auch mal dünner und damit unterschiedlich glatt. Verantwortlich für den aktuellen Zustrom feuchter Luft ist Tief LEONIE I bei den Britischen Inseln. Sie lenkt feuchte und milde Luft ins Land, die vor allem im Westen und Nordwesten etwas Regen bringt. Die kalte Luft aus Osten, herangeführt auf der Rückseite des Hochs über Russland, setzt sich im Laufe des Nachmittags durch und lässt den Regen wieder in Schnee übergehen. Es bleibt grundsätzlich glatt, nur die Gefahr von Glatteis geht zurück. Nach Süden und Osten hin ist es weitgehend niederschlagsfrei, wenn auch gebietsweise trüb durch Nebel oder Hochnebel. Nur im Südosten liegt ebenfalls etwas feuchtere Luft, aus der es stellenweise leicht nieseln oder sprühen kann. Diese verlagert sich in der Nacht zum Sonntag ost-nordostwärts und somit raus aus Deutschland. Bis dahin sind bei leichtem Niederschlag aber auch dort Glätte oder Glatteis möglich. Im Laufe des Sonntags macht sich LEONIE II auf den Weg nach Norden und übernimmt bei uns die Wetterregie. Sie bringt ab den Nachmittagsstunden dem Süden Schnee und Schneeregen. Im Laufe des Abends und der Nacht zum Montag ziehen die Niederschläge nordwärts. An der Ostseite/Vorderseite des Tiefs wird in der Höhe relativ milde Luft in die östlichsten Regionen Deutschlands geführt. Der Schneefall kann dort also in Regen oder Schneeregen übergehen. Da die bodennahe Luft aber weiterhin kalt ist und meist unter 0 Grad liegt, droht gefrierender Regen und somit Glatteis. Wann genau und wie genau das Tief zieht, ist derzeit noch ungewiss. Das Potenzial einer überregionalen Glättelage ist aber gegeben. Sei es durch Schneefall oder durch Glatteis. Da die Luft reich an Feuchte ist, werden die Niederschläge teilweise kräftiger ausfallen. In wenigen Stunden sind 5 Zentimeter Neuschnee wahrscheinlich. Über die Nacht hinweg kommen verbreitet 5 bis 10 cm Neuschnee zusammen, regional sind bis Montagvormittag auch bis 15 cm innerhalb von 12 Stunden möglich. Die Modelle sind sich noch nicht ganz einig, nähern sich aber mehr und mehr an. Unser Lokalmodell ICON D2 simuliert in der zweiten Nachthälfte für weite Teile Brandenburgs und die Bundeshauptstadt gefrierenden Regen. In den frühen Morgenstunden soll dieser aber nordwärts abziehen und von Schneefall abgelöst werden. Apropos Norden: Hamburg wird es diesmal nicht so hart treffen wie in den ersten Tagen des Jahres. Aber an der Ostsee frischt mit Annäherung von LEONIE II der Nordostwind deutlich auf. In Böen sind teilweise um 65 km/h möglich. Schnee und Schneeregen fallen also eher waagerecht und können sich - wie sollte es auch anders sein - an oft ungünstigen Stellen akkumulieren. Als Fazit bleibt zu ziehen: Es ist mal wieder eine spannende Lage mit großem Potential für überregionale Glätte und damit verbunden weitreichenden Störungen im Straßen- und Schienenverkehr. Und das Ganze auch noch zur besten Zeit: Montagmorgen! Wer denkt, dass die letzten Tage des Januars entspannter werden, der irrt. Es geht mit einem Wechselspiel aus milderer und kälterer Luft weiter. Die Nächte sind verbreitet frostig, im Osten und Nordosten ist auch wieder/immer noch Dauerfrost ein Thema. Zudem stehen im Zustrom zeitweise feuchter Luft Schnee, Regen und damit einhergehend Glätte auf dem Programm. Dipl. Met. Jacqueline Kernn Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 24.01.2026 Copyright (c) Deutscher Wetterdienst |
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