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Die Dienste in der Vorhersage- und Beratungszentrale - Teil 2


Die Dienste in der Vorhersage- und Beratungszentrale (VBZ) sind
vielfältig und abwechslungsreich. Doch was machen wir Meteorologen
hier nun eigentlich genau und was beinhalten die Dienste?


Nachdem im ersten Teil am vergangenen Sonntag
(https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2022/7/3.html) bereits
auf drei Dienste eingegangen wurde, sollen heute die restlichen
Dienste vorgestellt werden.

Mediendienst:

Der Medienmeteorologe tritt ebenfalls am Morgen seinen Dienst an und
ist dann bis in die Mittagsstunden einem relativ straffen Programm
ausgesetzt. Zuerst muss der Wetterbericht fürs Deutschlandradio
überarbeitet werden. Im Anschluss folgt der allgemeine Wetterbericht
für Deutschland und ein erstes Posting auf den Plattformen der
sozialen Medien. Am besten mit einem schön gestalteten und
aussagekräftigen Bild garniert. Im weiteren Verlauf wird der
Pressetext verfasst, der an verschiedene Medienanstalten verschickt
wird. Dabei geht es darum, das Wetter möglichst anschaulich für die
Bevölkerung zu beschreiben. Danach folgt die Kernaufgabe des
Mediendienstes, nämlich die Erstellung eines Wetterclips
beziehungsweise eines Unwetter- oder Hitzeclips. Diese Clips werden
bei entsprechenden Lagen auf YouTube und auf der Homepage
hochgeladen. Dafür wird mit einer Software ein Wetterfilm erzeugt,
der dann im betriebseigenen TV-Studio vorgetragen und aufgenommen
wird. Am Mittag und Nachmittag wird dann der Deutschlandwetterbericht
fortlaufend aktualisiert und ein Thema des Tages verfasst. Außerdem
gibt es bei Unwetterlagen einen extra Bericht für Medienanstalten.
Des Weiteren müssen weitere Postings erzeugt werden, Kundenmails
beantwortet werden. Ebenso kann den ganzen Tag über das Telefon
klingeln, weil beispielsweise ein Radiosender ein Interview will oder
eine Zeitung Informationen für einen Artikel braucht. Gelegentlich
kommt auch ein Fernsehteam vorbei, um Aufnahmen zu machen. Der
Mediendienst ist also sehr vielfältig und man hat viel Kontakt mit
den Kunden.


Warnproduktion:

Dieser Dienst ist äußerst facettenreich und man befasst sich mit sehr
vielen unterschiedlichen Bereichen. Am frühen Morgen steht ein
hydrologischer Bericht für ganz Deutschland und im Speziellen
nochmals für das Rheineinzugsgebiet an. Danach erstellt man im
Bedarfsfall Grafiken für das Gemeinsame Melde- und Lagezentrum für
Bund und Länder (GMLZ) und die Deutsche Bahn (DB). Interessant für
diese Kundengruppen sind vor allem großräumig zu erwartende
Unwetterereignisse mit gewissem Schadenspotenzial. Daran anschließend
nimmt der Meteorologe dann das weltweite Wetter in Betracht und dafür
nutzt er zum Beispiel auch den Extreme Weather Index (EWI). Dieser
Index dient zur Abschätzung von außergewöhnlichen Wetterereignissen
weltweit und wird dazu genutzt, frühzeitig Unwetterereignisse zu
erfassen. Diese Erkenntnisse werden dann entweder mündlich oder in
Form eines Berichtes an das GMLZ weitergeleitet, damit dort
beispielsweise Hilfsaktionen koordiniert werden können. Im
Warnproduktionsdienst werden weitere deutschlandinterne oder
internationale Sonderaufgaben bearbeitet. Derzeit werden
beispielsweise verschiedene Berichte zum aktuellen Wetter und die
Windverhältnisse für die Ukraine erstellt. Auch für die international
stationierte Bundeswehr wird Zuarbeit geleistet. Der Dienst ist somit
sehr anspruchsvoll, da man sich in viele unterschiedliche
Themenbereiche einarbeiten muss und in großem Umfang
Geografiekenntnisse erfordert.


Evaluierungsdienst:

In diesem Dienst sollen Produkte auf Herz und Nieren geprüft und
mögliche Fehler beziehungsweise Verbesserungsvorschläge dokumentiert
werden. Das können Untersuchungen zu neu entwickelten Radarprodukten,
neuen Modellfeldern oder Weiterentwicklung von bestehenden Produkten
sein. Des Weiteren dient dieser Dienst der Unterstützung des
Guidancemeteorologen oder des Supervisors vor allem bei komplexen
Warnlagen. Außerdem übernimmt der Meteorologe bei Ausfall der
Außenstellen deren Arbeit, wie beispielsweise die Erstellung von
Wetter- und Warnlageberichten sowie von akuten Warnungen. Gerne
genutzt wird dieser Dienst auch, um Onlinefortbildungen wahrzunehmen
und zur Bearbeitung von liegen gebliebenen E-Mails.


Analysedienst:

Man könnte diesen Dienst mit "Malen nach Zahlen" titulieren, denn
schließlich geht es hier um die Erstellung von Analysekarten in
unterschiedlichen Formaten. Dazu werden klassischerweise Fronten und
Isobaren sowie die Lage von Hoch- und Tiefdruckgebieten in
Wetterkarten eingezeichnet. Zusätzlich erstellt der Meteorologe
Prognosekarten für zu erwartende Druckfelder und die Lage von Fronten
innerhalb der nächsten 48 Stunden. Evaluierungsaufgaben zu
Wetterkarten führt der Meteorologe im Analysedienst ebenfalls aus.
Dies ist der längste Dienst in der VBZ und erstreckt sich von morgens
bis abends über fast 11 Stunden, daher erfordert er ein großes Maß an
Konzentration und Ausdauer.


Nachtdienste:

Neben dem Supervisorennachtdienst gibt es noch zwei Nachtdienste, die
nachts die Aufgaben der Außenstellen von Essen, Leipzig und Potsdam
übernehmen. Neben der Erstellung der Guidance sind sie dann für akute
Warnungen im Zuständigkeitsbereich der Außenstellen, für die
Erstellung von Warnlage- und Wetterberichten, für die telefonische
Beratung und für eine Reihe von Sonderaufgaben verantwortlich.


Dies war nun ein Überblick über die verschiedenen Dienste in der VBZ.
Nicht weiter aufgeführt wurden eine Reihe von Sonderaufgaben, wie
beispielsweise die Erstellung von Ausbreitungsrechnungen im
Bedarfsfall und die Übernahme von Projektarbeiten, die einen immer
größeren Raum im Dienstplan einnehmen. Die Arbeit in der VBZ ist also
sehr spannend, anspruchsvoll und nicht langweilig, da man sich immer
wieder mit neuen Aufgaben befassen und sich in neue Themengebiete
einarbeiten muss.


Dipl.-Met. Marcel Schmid
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 05.07.2022

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