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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Dienstag, den 10.03.2026 um 10.30 UTC



Unbeständig, dabei für die Jahreszeit durchschnittliche Temperaturen.
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Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 17.03.2026


Zu beginn der Mittelfrist am kommenden Freitag befindet sich über Nordwesteuropa
ein mit hochreichender Kaltluft angefüllter Höhentrog. Er schwenkt im
Tagesverlauf unter Vergrößerung seiner Amplitude noch ein wenig weiter
südostwärts, Deutschland verbleibt aber auf dessen Vorderseite. Er
korrespondiert mit einem umfangreichen Tief mit mehreren Kernen über dem
Nordmeer. Dessen teilokkludiertes Frontensystem greift mit Regen ab dem
Nachmittag langsam und durch Wellenbildung über Südfrankreich schleifend auf den
Westen und Norden Deutschlands über. Zudem frischt der Südwestwind im Westen und
Nordwesten vorübergehend teils stürmisch auf. Postfrontal gelangt in den
Nordwesten ein Schwall Meereskaltluft, in der die 850 hPa Temperatur bis -3 Grad
zurückgeht. Präfrontal verbleibt noch eine mildere Luftmasse mit Temperaturen in
850 hPa zwischen 2 und 7 Grad. Dabei bleibt es dort noch trocken und teils
länger sonnig.

Am Samstag kommt der Trog durch einen Höhenrücken über Osteuropa nicht weiter
voran und durch einen weiteren vom Atlantik Richtung Westeuropa vorstoßenden
Höhenrücken beginnt er in Richtung Spanien abzutropfen. Die Front verläuft
weiterhin schleifend vom Westen über die mittleren Landesteile hinweg bis in den
Nordosten, sodass es dort zu weiteren Niederschlägen kommt, die aber durch das
zunehmend antizyklonale Umfeld nur leicht ausfallen. Postfrontal im Nordwesten
sind durch die Nähe zum Trog einzelne Schauer möglich, präfrontal im Südosten
bleibt es meist trocken mit längeren sonnigen Abschnitten. Auch die Kaltluft
kommt zunächst nicht weiter südostwärts voran und es bleibt ein
Nordwest-Südostgefälle erhalten. In den Nächten kann sich in den Gipfellagen der
zentralen Mittelgebirge etwas Schnee untermischen.

Am Sonntag schwenkt das Trogresiduum über Deutschland hinweg ostwärts, wodurch
auch die Front einen Schubs bekommt und die kältere Luft schließlich auch den
Südosten Deutschlands allmählich erreicht. Oberhalb von 800 bis 1000 m fällt
etwas Schnee.
Dem ersten Trog folgt in der Nacht zum Montag von den Britischen Inseln rasch
ein Zweiter nach. Unter weiterer Austrogung Richtung Süden setzt er sich
zunächst am Montag über Mitteleuropa fest. Er beginnt aber ebenfalls abzutropfen
in Richtung westlicher Mittelmeerraum, wenn ein neuer Höhenrücken von Westeuropa
in Richtung Nordsee vorstößt.
Dem Trog vorgelagert ist ein weiteres Frontensystem, das in der Nacht zum Montag
ostwärts über uns hinwegzieht und gebietsweise leichten Regen bringt. Auch
nachfolgend können sich im Trogbereich einzelne Schauer entwickeln. Evtl. reicht
es auch mal für ein kurzes Kaltluftgewitter. Im höheren Bergland ist weiterhin
etwas Schneefall möglich.
Gestützt durch den Höhenrücken kann sich im Bodendruckfeld ein Hochdruckgebiet
aufbauen, das spätestens ab der Nacht zum Dienstag landesweit für eine
Wetterberuhigung sorgt.
Es wird auch am Dienstag und in die erweiterte Mittelfrist hinein
wetterbestimmend bleiben. Ob sich dann wieder kleine Höhentiefs einmischen und
lokal für Schauer sorgen, bleibt abzuwarten. Das für die Jahreszeit
durchschnittliche Temperaturniveau bleibt erhalten. Somit muss in den Nächten je
nach Bewölkungsverhältnissen gebietsweise mit Frost gerechnet werden.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die Konsistenz des EZMW Modells lässt bereits zu Beginn der Mittelfrist am
kommenden Freitag nach. So greift der Tiefausläufer später auf uns über, bzw.
kommt deutlich langsamer über uns voran, als in den Vorläufen gezeigt. Diese
Phasenverschiebung setzt sich in der Folge fort, sodass der genaue zeitliche
Ablauf und die räumliche Verteilung der Niederschläge noch unsicher ist. An dem
grundsätzlichen unbeständigen Wettercharakter in der Mittelfrist mit zeitweisen
Niederschlägen und für die Jahreszeit durchschnittlichen Temperaturen ändert
dies aber wenig.
Auch die Wetterberuhigung zum Ende der Mittelfrist und darüber hinaus ist mit
dem heutigen 00 UTC Lauf neu. Die gestrigen Läufe zeigten den vorherigen Trog
deutlich länger über Deutschland/Mitteleuropa verharrend.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Die Entwicklung wird von den anderen Modellen ähnlich prognostiziert. Im Detail
gibt es aber auch hier bereits am Freitag bezgl. der Frontpassage erste
Unterschiede. So lassen GFS und ICON die Front und somit auch die Kaltluft
rascher südostwärts vorankommen. UK10 zeigt eine sehr ähnliche, aber sogar noch
etwas langsamere Lage zu IFS.
Bei der zweiten Frontpassage zum Montag hin, sind die Unterschiede deutlich
geringer. Allerdings ist der Trog bei GFS flacher ausgeprägt und der
nachfolgende Hochdruckeinfluss kann sich etwas früher durchsetzen, als bei den
anderen Modellen.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die Rauchfahnen für ausgewählte Stationen in Deutschland zeigen im Zeitraum bis
Dienstag insgesamt einen einheitlichen Verlauf und stützen somit die Entwicklung
auf Basis des Hauptlaufs. Einzig von der Nacht auf Samstag bis zum Sonntag nimmt
der Spread zu. Dabei gibt es je nach Region Member die eine frühere bzw. spätere
Frontpassage zeigen. Entsprechend ist noch unsicher, ob und wo es zu
Wellenbildungen an der Front kommt. Somit sind aber auch alle Modelllösungen im
Ensemble vorhanden.

Die Clusterung des EZMW zeigt bis +96 h zwei Cluster, die sich für Mitteleuropa
nur unwesentlich unterscheiden und beide etwa gleich viele Member beinhalten.
Für den Zeitraum bis +168 h gibt es vier Cluster. Der Hauptlauf befindet sich in
Cluster 3 (13 Member). Cluster 1 (16 Member) zeigt ein ähnliches Szenario mit
dem vorstoßenden Höhenrücken zum Dienstag hin. Cluster 2 (14 Member) und Cluster
4 (8 Member) zeigen hingegen noch den Höhentrog über Mitteleuropa, was den
gestrigen Läufen des IFS entsprechen würde. Aufgrund der recht ähnlichen
Verteilung der Member, ist die Entwicklung diesbezüglich also noch unsicher.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Am Freitag tritt in der Nordwesthälfte zunächst teils stürmischer Südwestwind
mit Böen Bft 8 auf, im höheren Bergland und an der Nordsee auch mit Böen Bft 9.
Auf dem Brocken sind auch schwere Sturmböen oder orkanartige Böen Bft 10 bis 11
wahrscheinlich. Am Nachmittag erfolgt bereits wieder eine Windabnahme.

Am Samstag sind voraussichtlich keine signifikanten Wettererscheinungen zu
erwarten.

Am Sonntag und Montag sind auf Nordseeinseln sowie im höheren Bergland zeitweise
stürmische Böen Bft 8 gering wahrscheinlich. Zudem kann am Montag ein kurzes
Gewitter nicht ausgeschlossen werden. Sonst sind keine signifikanten
Wettererscheinungen zu erwarten.
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Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-EPS, MOS-Mix
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VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Johanna Anger


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