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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 17.01.2026 um 10.30 UTC



Ruhiger, oft sonnenscheinreicher Beginn. Danach langsam etwas unbeständiger mit
örtlicher Glatteisgefahr und zurückgehendem Temperaturniveau, teils mit
Dauerfrost und strengem Nachtfrost. An den Küsten teils stürmisch.
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Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 24.01.2026


Zum Beginn des mittelfristigen Zeitraums am Dienstag liegt Deutschland zwischen
einem blockierenden Höhenhoch über dem östlichen Mitteleuropa und einem
nordostatlantischen Trog mit eigenständigem Drehzentrum bei Irland. Ähnliche
Situation am Boden: Kräftiges Hoch über dem Schwarzen Meer, Tiefdruckkomplex
knapp westlich der Britischen Inseln.

Bei uns dominiert dabei erst einmal der Hochdruckeinfluss und in der Folge
ruhiges, teils mildes Winterwetter mit leichten bis mäßigen Nachtfrösten und
typischer Grenzschichtproblematik. Strenger Frost wird örtlich in den östlichen
und südöstlichen Mittelgebirgen und eventuell am Alpenrand ein Thema. Aufgrund
der mit östlicher Strömung eingeflossenen/einfließenden recht trockenen Luft,
dürfte in vielen Regionen die Sonne das prägende Element am Himmel sein und
zäher Nebel/Hochnebel hauptsächlich den Niederungen Südwestdeutschlands
vorbehalten sein. Im sächsischen Bergland lässt der Böhmische Wind langsam nach,
für einzelne stürmische Böen könnte es am Dienstag aber noch reichen.

Am Donnerstag kommt etwas Bewegung in die Wetterentwicklung. Das Höhenhoch wird
durch einen Kaltluftausbruch über Nordosteuropa südwärts abgedrängt. Dahinter
stößt aber bereits das nächste blockierende Höhenhoch vor und setzt sich über
Skandinavien fest. In 850 hPa sinkt die Temperatur bundesweit auf Werte um 0
Grad ab, die -10-Grad-Isotherme lauert nicht weit entfernt über der Ostsee. Auf
die westlichen Landesteile lässt der atlantische Tiefdruckkomplex schon in der
Nacht zum Donnerstag eine schwache Front mit feuchter Luft übergreifen. Die
damit verbundenen leichten Niederschläge sind war hinsichtlich der Mengen alles
andere als signifikant, werden aber als Regen fallen und können so auf den
wahrscheinlich gefrorenen Böden für Glatteis sorgen.

Bis Samstag verstärkt sich das Höhentief bei den Britischen Inseln deutlich und
lenkt weiterhin feuchte Luft mit südlicher Höhenströmung ins Land. Das Höhenhoch
verlagert seinen Schwerpunkt nach Nordwesten über das Nordmeer bei am Boden
anhaltendem Hochdruck über Ost-/Nordosteuropa. Dadurch hält die Zufuhr
kontinentaler/polarer Kaltluft mit östlicher bis nordöstlicher Strömung an. In
der Folge verschärft sich allmählich der Temperaturgradient über Deutschland. Am
Samstag werden für den äußersten Süden/Südwesten in 850 hPa +2 Grad gezeigt,
über Vorpommern dagegen um -10 Grad. Auf eine scharfe Luftmassengrenze mit
kräftigen Niederschlägen hat der Hauptlauf derzeit aber keine Lust. Es werden
allenfalls schwache Niederschläge angeboten, die aber durchaus spannend
hinsichtlich der Phase werden können (Geflöckel, Regen oder gefrierender Regen -
alles ist möglich).

Aber wie dem auch sei: Ab Donnerstag steht vor allem im Nordosten und Osten
Dauerfrost an. Durch den allgemein etwas auflebenden Ostwind dürfte sich die
Luft aber auch in den anderen Regionen sehr winterlich anfühlen. Am stärksten
bläst der Ostwind dabei an der Ostsee und auf den ostfriesischen Inseln, wo
durchaus auch stürmische Böen im Bereich des Möglichen liegen.

In der erweiterten Mittelfrist rückt uns das atlantische Höhentief bzw. der
atlantische Trog auf die Pelle und ein am Boden korrespondierendes
Mittelmeertief "versorgt" uns von Südosten her mit Schneefällen. Diese
Entwicklung ist natürlich noch mehr als unsicher, zeigt aber, dass es Richtung
Monatsende durchaus andere Optionen als eine ruhige Hochdrucklage gibt.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die Konsistenz des aktuellen 00-UTC-Laufs des IFS kann, was die großräumige
Druckverteilung angeht, als relativ gut bezeichnet werden. Im Detail gibt es
aber durchaus nennenswerte Unterschiede. Demnach nehmen die Unsicherheiten vor
allem hinsichtlich der Niederschlagsentwicklung ab Donnerstag zu. Im Vergleich
zu den beiden trockenen Vorläufen sollen nun ab Donnerstag frontale Regenfälle
auf die westlichen Landesteile übergreifen. Diese sind bezüglich der Mengen zwar
nicht signifikant, wären aber wahrscheinlich zumindest regional gefrierender
Natur mit Glatteisgefahr.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Auch der Vergleich mit anderen Globalmodellen (ICON, GFS, UK10) ergibt
hinsichtlich der großräumigen Strukturen und Strömungen keine nennenswerten
Unterschiede. Im Detail sieht das natürlich anders aus. Die beiden Hauptfragen
scheinen zu sein, wann die frontalen Niederschläge aus Westen übergreifen und
wie weit die polare Kaltluft innerhalb Deutschlands vorankommt. Beim
Niederschlag sind ICON und UK10 gut 24 Stunden später dran (Nacht zum Freitag),
GFS wählt den Mittelweg. Alle sind sich aber einig, dass die Mengen nur sehr
gering sind. In Sachen Kaltluft ist GFS am forschesten (am Samstag -14 Grad in
850 hPa an der Ostseeküste), ICON ähnelt der IFS-Lösung.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Der Blick auf die Rauchfahnen für verschiedene deutsche Städte bestätigt den
Hauptlauf: Mit dem Temperaturverlauf geht es bergab! Während der Spread dabei in
der Südwesthälfte recht gering ist (nur leichter Abwärtstrend) fächert er in der
Nordosthälfte ab Donnerstag deutlich auf. Auch IFS-intern steht also noch ein
dickes Fragezeichen hinter der Ausbreitung der Kaltluft. Beispiel für Berlin:
Für Freitag bietet das Ensemble einen Bereich zwischen +3 und -15 Grad in 850
hPa an.
Beim Niederschlag gibt es im Westen ab Donnerstag, im Osten erst Richtung
Wochenende ein zumeist nur leichtes Gezuckel im Ensemble. Insgesamt scheint es
also wieder etwas unbeständiger zu werden, wenngleich weder flächige
Niederschläge, noch großartige Mengen zu erwarten sind. In vielen Regionen wird
es also wohl weiterhin überwiegend trocken bleiben.

Das Clustering für den Zeitraum von Donnerstag bis Samstag 00 UTC erweist sich
als extrem sparsam und bietet gerade mal eine einzige Gruppierung an (Übergang
von Blocking zu NAO-). Von Sonntag bis Dienstag 00 UTC werden immerhin drei,
recht gleich verteilte Cluster angeboten, allesamt NAO- zugeordnet. Alle drei
zeigen die anhaltende Blockade über Nordeuropa und den uns nähernden, bis weit
ins zentrale Mittelmeer vorstoßenden Atlantiktrog, samt entwickelndem
Mittelmeertief. Inwieweit dieses dann tatsächlich unser Wetter beeinflusst ist
aber sehr unsicher.

FAZIT: Nach einem ruhigen und oftmals sonnigen Start in die Mittelfrist, mehren
sich ab Donnerstag die Hinweise, dass es von Westen/Südwesten her wieder leicht
unbeständig werden könnte. Dabei dürfte am ehesten die Phase potentieller
Niederschläge interessant sein und örtliche Glatteisgefahr sollte im Hinterkopf
behalten werden. Mit dem Temperaturniveau geht es vor allem in der Nordosthälfte
bergab. Wie stark ist zwar noch unsicher, mit Dauerfrost und im Bergland
strengem Nachtfrost muss dort aber wohl gerechnet werden.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Nachdem sich der Böhmische Wind am Dienstag mit letzten stürmischen Böen (Bft 8)
verabschiedet, tritt der Wind wohl erst ab Donnerstag wieder in markanter Weiße
zum Vorschein, nun aber an der Ostsee und zum Teil wohl auch auf den
ostfriesischen Inseln mit ebenfalls einzelnen stürmischen Böen aus Ost.

Zudem muss ab der Nacht zum Mittwoch im östlichen und südöstlichen Bergland
örtlich mit strengem Frost gerechnet werden.

Ob es ab Donnerstag in den westlichen Landesteilen örtlich wirklich für
gefrierenden Regen reicht, ist noch ziemlich unsicher. Ausschließen lässt sich
diese Entwicklung aber nicht.
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Basis für Mittelfristvorhersage
IFS(-EPS), ICON(-EPS), GFS, UK10, MOSMIX
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Tobias Reinartz


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