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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Donnerstag, den 29.01.2026 um 10.30 UTC Zunehmend unbeständig mit Regen, gefrierendem Regen und Schnee. Anfangs im Nordosten teils markanter Dauer- und strenger Nachtfrost. An den Küsten und auf den Bergen teils stürmisch. __________________________________________________________ Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 05.02.2026 Der Beginn des mittelfristigen Zeitraums am Sonntag fällt auf den Beginn des zweiten Monats des Jahres, den Februar. Neuer Monat, neues Wetter? Erst einmal nicht. Die Südwesthälfte liegt im Einflussbereich einer hochreichenden Tiefdruckzone, die sich von den Britischen Inseln bis in den zentralen Mittelmeerraum erstreckt. Die beiden genannten Endpunkte markieren gleichzeitig auch die Lage der beiden Hauptdrehpunkte. Der Nordosten verbleibt dagegen unter dem Einfluss des blockierenden, fennoskandischen Hochs, das von einem eher schwach konturierten Rücken ausgehend vom östlichen Mitteleuropa gestützt wird. T850 hPa liegt bundesweit im negativen Bereich, in der Südwesthälfte um -2 Grad, im äußersten Nordosten klopft die -10-Grad-Isotherme an. Auf 2 m umgemünzt, bedeutet dies für den Nordosten wohl mäßiger Dauer- und strenger Nachtfrost, während es entlang des Rheins frostfrei bleibt und tagsüber die 10 Grad zum Greifen nah sind. Während das Sonntagswetter bei uns vor sich hin dümpelt (im Westen und Süden etwas Regen, lokal gefrierend, kaum Schnee), kommt es ausgehend von einem kräftigen, hochreichenden Nordaltantiktief zu einem markanten Trogvorstoß. Dieser Trog tropft am Montag ab und das resultierende hochreichende Tief zieht bis Dienstag in die Biskaya. In der Folge dreht die Höhenströmung über uns auf Südwest bis Süd und legt ordentlich an Fahrt zu. Bodennah frischt der Südost- bis Ostwind gradientbedingt ebenfalls spürbar auf. T850 steigt in der Südwesthälfte bis Dienstag in den (deutlich) positiven Bereich an mit bis zu 7 Grad im Alpenvorland (leichter Föhn). Über Vorpommern liegt dagegen weiterhin die -8-Grad-Isotherme. An Nord- und Ostsee, auf den östlichen/zentralen Mittelgebirgsgipfeln und auf den Alpen wird es mitunter stürmisch - evtl. auch im Lee und in den Tälern des sächsischen Berglands. Dazu gibt es vor allem in der Südwesthälfte bis Dienstag zeit- und gebietsweise etwas Niederschlag, der dort zumeist in flüssiger Form fällt und örtlich auch mal gefrierender Natur sein kann. Am Dienstag selbst könnten die Niederschläge dann auch mal etwas tiefer in die Nordosthälfte vordringen, wobei dort wieder zunehmend die Schneephase mit dabei ist. Allerdings könnte dort auch gefrierender Regen ein größeres Thema werden, "dank" einströmende milder Höhenluft bei gleichzeitig vorhandener bodennaher Kaltluft (Dauer- und mäßiger Nachtfrost). Bis Donnerstag verlagert sich das hochreichende Biskaya Tief unter Abschwächung nach Frankreich. In der zunehmend auf Süd drehenden Höhenströmung laufen immer wieder kurzwellige Anteile nordwärts über unsere Köpfe ab. Damit einher gehen weitere Niederschläge, die nun auch auf den Norden und Nordosten übergreifen. Da sich dort allmählich auch etwas mildere Luft durchsetzt (am Donnerstag nur noch im äußersten Norden T850 leicht negativ) wird die Niederschlagsphase nicht weniger spannend. Regen, gefrierender Regen, Schnee - alles ist möglich! In der erweiterten Mittelfrist nistet sich das Höhentief über Deutschland ein, das korrespondierende Bodentief geht in einer Tiefdruckrinne auf, die sich vom Atlantik über Westeuropa bis ins Schwarze und östliche Mittelmeer erstreckt. __________________________________________________________ Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs Die Konsistenz des aktuellen 00-UTC-IFS-Laufs kann, was die großräumigen Strukturen und Strömungsmuster angeht, als gut bezeichnet werden. Demnach setzt sich der atlantische Tiefdruckeinfluss gegen den Nordeuropäischen Hochdruck langsam bundesweit durch. Zum Ende des mittelfristigen Zeitraums könnte damit auch der bis dahin trockene Nordosten Niederschläge abbekommen. Wie die Niederschlagsentwicklung im Detail aussieht ist noch sehr unsicher - besonders ab Dienstag. Während im Südwesten aber zumeist die flüssige Phase vorherrscht, überwiegt - je weiter man sich in nordöstliche Richtung bewegt - die Schneephase. Dazwischen besteht immer wieder die Gefahr vor gefrierendem Regen. __________________________________________________________ Vergleich mit anderen globalen Modellen Der Vergleich mit anderen Globalmodellen (ICON, GFS, UK10) bietet keine bahnbrechenden neuen Erkenntnisse oder alternative Entwicklungsoptionen. Dass nur IFS den Atlantiktrog abtropfen lässt und die "Konkurrenz" stattdessen den Trog auf uns übergreifen lässt, spielt für unser Wetter keinen großen Unterschied. Letztlich wird die Kaltluft zum Ende des mittelfristigen Zeitraums bei allen weitgehend nach Norden abgedrängt und bei der Niederschlagsentwicklung (wie auch immer sie im Detail aussehen mag) schwebt durchweg eine gewisse Glatteisgefahr mit. __________________________________________________________ Bewertung der Ensemblevorhersagen Die Rauchfahnen für verschiedene deutsche Städte zeigen zunächst einen recht engen und geradlinigen, sprich horizontalen Verlauf. Ab Montag macht sich dann die sich einstellende südwestliche Höhenströmung bemerkbar und mit T850 geht es bundesweit nach oben. Gleichzeitig nimmt der Spread zu, was darauf zurückzuführen sein dürfte, dass sich das Ensemble uneins darüber ist, wie stark die Milderung wirklich ist und wie weit sie tatsächlich nach Nordosten vorankommt. Ab Dienstag/Mittwoch nimmt der Verlauf dann wieder eine eher horizontale Bahn ein, allerdings eben auf einem höheren Niveau und größerem Spread. Während es an Niederschlagssignalen im Westen und Südwesten über den gesamten Zeitraum nicht mangelt (wenn auch keine großen Mengen), sind sie ab Dienstag/Mittwoch auch vermehrt in der Nordosthälfte zu sehen. Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass es mit dem Geopotenzial in der erweiterten Mittelfrist deutlich nach unten geht. Das zeigt quasi alle Ensemblemember und bestätigt letztlich den Hauptlauf dahingehend, dass sich das Höhentief über Deutschland einnistet. Beim Clustering ergeben sich für den Zeitraum von Dienstag bis Donnerstag 00 UTC vier Gruppierungen, die durchweg dem Regime NAO- zugeordnet wurden mit Blockadehoch über dem Nordmeer und sehr weit südlich verlaufender Frontalzone. Cluster 1 bis 3 sind komplett gleichverteilt und haben je 14 Member inne (Haupt- und Kontrolllauf in Cluster 1), Cluster 4 immerhin noch 9 Member. Prognoserelevante Unterschiede oder neue Erkenntnisse für unser Wetter sind aber nicht zu erkennen. Für den Zeitraum von Freitag bis Sonntag 00 UTC (erweiterte Mittelfrist) liegt gerade einmal ein Cluster vor - ebenfalls NAO-. FAZIT: Langsam aber sicher scheint sich der Tiefdruckeinfluss in der kommenden Woche auch in der Nordosthälfte mit Niederschlägen und etwas milderer Luft durchzusetzen. Dabei wird ein bunter Phasenmix aus Regen, gefrierendem Regen und Schnee den Warnmeteorologen wohl wieder einmal einiges abverlangen. Besonders der gefrierende Regen dürfte dabei im Fokus stehen. Wie genau das aber letztlich ablaufen wird, ist noch ziemlich unsicher. _________________________________________________________ Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen Was uns über nahezu den gesamten mittelfristigen Zeitraum begleiten wird, sind einerseits stürmische Böen aus Ost an überwiegend exponierten Küstenabschnitten der Ost- und Nordsee und andererseits die latente Glatteisgefahr. Letztere wird zunächst nur vereinzelt im west- und südwestdeutschen Mittelgebirgsraum ein Thema sein, ab Dienstag dürfte sie dann aber eine größere Rolle spielen, mit Voranschreiten der Niederschläge in die (kalte) Nordosthälfte. Wie das alles im Detail abläuft ist aber noch sehr unsicher. Als kleinere Nebenbaustellen wären noch der strenge Frost im äußersten Nordosten in den Nächten zum Montag und Dienstag zu nennen (samt markantem Dauerfrost), wie auch einzelne stürmische Böen auf den Gipfeln der östlichen Mittelgebirge und des Brockens am Montag/Dienstag sowie föhnbedingt auch auf den Alpen (ebenfall Montag/Dienstag mit Option auf einzelne Bft 9). ________________________________________________________ Basis für Mittelfristvorhersage IFS(-EPS), ICON(-EPS), GFS, UK10, MOSMIX ________________________________________________________ VBZ Offenbach / Dipl. Met. Tobias Reinartz |
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