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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Montag, den 09.02.2026 um 10.30 UTC Wechselhaft, ab Freitag vorübergehend kühler und zumindest im Bergland winterlich, ab Montag von Westen her erneut Milderung. __________________________________________________________ Synoptische Entwicklung bis zum Montag, den 16.02.2026 Am Donnerstag liegt Deutschland unter einem breiten Trog, der von Skandinavien bis ins Ionische Meer reicht. Das mit dem Trog korrespondierende Bodentief verlagert sich von der westlichen Nordsee nach Norddeutschland, in dessen Bereich ist nahezu deutschlandweit teils schauerartiger Regen zu erwarten. Die Schneefallgrenze liegt deutlich oberhalb von 1000 m. Ein von Südfrankreich nachstoßender schwacher Hochkeil lässt an der Südflanke dieses Tiefs den Gradient anziehen, wodurch in höheren Lagen Südwestdeutschlands und in der Nacht zum Freitag auch in den östlichen Mittelgebirgen Böen bis Sturmstärke zustande kommen können. Noch vorhandener Schnee dürfte in den dortigen Höhenlagen rasch schmelzen. Im Laufe des Freitags zieht dieses Tief in den Ostseeraum und zapft die über Skandinavien liegende Kaltluft an. Diese setzt sich in Richtung Mitteleuropa in Bewegung, was mit einer Abkühlung von der Nordsee her die Niederschläge in die Mischphase übergehen lässt. An der Küste frischt später der Wind aus Nord mit stürmischen Böen auf. In der Nacht zum Samstag stößt die Kaltluft bis in den Mittelgebirgsraum vor, was die Niederschläge oberhalb 600 m, im Nordwesten und Norden bis in tiefe Lagen, in Schnee übergehen lässt. Dabei besteht Glättegefahr. Zudem kann es von Nordwesten her aufklaren, wodurch in diesen Gebieten Glätte durch überfrorene Nässe möglich ist. Am Samstag weitet sich, gestützt durch einen zu den Britischen Inseln reichenden Höhenkeil, ein Bodenhochkeil von Frankreich her nach Deutschland aus. Die Niederschläge lassen hierdurch nach, in den Alpen und in deren Vorland schneit es jedoch staubedingt noch längere Zeit. Staubedingt können dort 10 bis über 20 cm Neuschnee zusammenkommen. Ansonsten reicht es im Bergland nur für wenige Zentimeter, wobei dann auch größere Auflockerungen möglich sind. In der Nacht zum Sonntag kommt die Luftmasse unter dem Hochkeil, der sich in ein Zwischenhoch umwandelt, zur Ruhe. Ein paar Schneeschauer sind im Norden noch zu erwarten, auch an den Alpen kommen vor allem nach Osten hin noch einige Zentimeter Neuschnee hinzu. Ansonsten klart es verbreitet auf, wodurch sich leichter bis mäßiger, über Schnee teils auch strenger Frost einstellt. Am Sonntag hält sich größtenteils noch Zwischenhocheinfluss. Zum Abend hin erfolgt im Westen Wolkenaufzug, der in Verbindung mit der Warmfront eines Tiefs südlich von Island steht. Es bleibt bei niedrigen einstelligen Temperaturmaxima noch niederschlagsfrei. In der Nacht zum Montag setzt mit dem übergreifenden und bis dahin okkludierten Frontensystem Schneefall ein, der bis Montagfrüh in tieferen Lagen West- und Südwestdeutschlands in Regen übergeht. In Staulagen sind bis 10 cm Schnee möglich. Wahrscheinlich bleibt es nur im Nordosten Deutschlands noch weitgehend trocken. Der Wind dreht nachfolgend auf West und erreicht auf exponierten Berggipfeln in Böen Sturmstärke. Am Montag setzt sich mit einer zunehmenden Westströmung die Milderung bis nach Osten durch. Von der Ostsee bis in den zentralen Mittelgebirgsraum sowie in Alpennähe fällt zunächst noch Schnee, im Tagesverlauf steigt die Schneefallgrenze auf etwa 800 bis im Südwesten auf über 1000 m. In den Staulagen der Alpen sind über 10 cm Neuschnee möglich. Von Westen her erfolgt ein merklicher Temperaturanstieg. In der Nacht zum Dienstag verstärkt sich mit einer weiteren Warmfront die Zufuhr von milder Luft, was die Schneefallgrenze bis Dienstagfrüh auch im Osten und an den Alpen auf mehr als 1000 m ansteigen lässt. Abgesehen von einigen Hochlagen und vielleicht auch vom äußersten Nordosten bleibt es dann frostfrei. Im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum verlagert sich ein weiteres Tief nach Jütland. An dessen Südflanke erfolgt am Dienstag eine merkliche Gradientzunahme, wodurch bis in tiefe lagen stürmische Böen, im Bergland und an der Nordseeküste Sturm- und auch schwere Sturmböen aufkommen. Dies ist jedoch noch nicht sicher. Dabei fällt in der milden Luft durchweg Regen. Im Laufe des Mittwochs fächert der Gradient auf, wodurch der Wind bereits ab dem Vormittag abflaut. Während ab der Nacht zum Donnerstag im Nordwesten und Norden wieder kühlere Luft einsickert, bleibt es ansonsten noch mild. Mit einem auf südlicher Bahn ziehenden Randtief kann in der Nacht zum Mittwoch auf den Südwesten und danach bis auf die Mitte übergreifend Regen aufkommen, der im Bergland längere Zeit andauern kann. __________________________________________________________ Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs Bis einschließlich Sonntag ist der aktuelle Modelllauf zu weiter zurückliegenden Simulationen weitgehend konsistent. Prognoserelevante Unterschiede lassen sich bis dahin nicht ableiten. Danach lässt der aktuellste Lauf das okkludierende Frontensystem nebst Niederschlägen merklich rascher auf Deutschland übergreifen. Gegenüber dem gestrigen 00 UTC-Lauf ergibt sich Montagmittag bereits ein Phasenunterschied von knapp 1000 km. Die oben beschriebene Gradientzunahme am Dienstag und in der Nacht zum Mittwoch zeigte sich bei der gestrigen Modellrechnung von 12 UTC, nicht aber beim 00 UTC-Lauf des Vortages. __________________________________________________________ Vergleich mit anderen globalen Modellen Bis in die Nacht zum Samstag stützen die verfügbaren Modelle die oben beschriebene Entwicklung. Prognoserelevante Unterschiede sind bis dahin nicht erkennbar. Danach, d.h. am Samstag, lassen die Modelle die Kaltluft unterschiedlich rasch nach Südosten vorstoßen. Während GFS und auch das Modell des kanadischen Wetterdienstes der oben beschriebenen Entwicklung folgen, stehen UK10 und ICON etwas auf der Bremse. Die nachfolgende Erwärmung wird dagegen von UK10 und vom kanadischen Modell etwas hinausgezögert. Im Laufe des Montags ist dies auch bei ICON und GFS der Fall. Im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum wird die oben beschriebene Version von GFS gestützt. Das kanadische Modell lässt ein vergleichbares Randtief weiter nördlich über Benelux hinweg auf Deutschland übergreifen, wodurch dieses Tief erneut die über Skandinavien liegende Kaltluft anzapft und ein Zwischenhoch in der Nacht zum Donnerstag diese Luftmasse zur Ruhe kommen lässt. __________________________________________________________ Bewertung der Ensemblevorhersagen Das EPS des GFS folgt der oben beschriebenen Entwicklung und setzt genauso auch ab Wochenbeginn auf eine Milderung mit einer west-südwestlichen Strömung. Dabei bleibt es wechselhaft mit häufigen Niederschlägen. Lediglich am Wochenende ist im Bereich eines Zwischenhochs die Niederschlagstätigkeit gedämpft. Das EPS des EZMW stützt die oben beschriebene Version. Auch die ab Beginn der kommenden Woche erfolgende Zonalisierung lässt sich herausarbeiten. Bemerkenswert ist, dass das in der Nacht zum Mittwoch über Jütland hinweg ostwärts ziehende kräftige Tief (und damit auch die oben beschriebene Gradientzunahme in weiten Teilen Deutschlands) vom EPS nicht gestützt wird. Dies gilt auch für das in der Nacht zum Donnerstag auf den Süden Deutschlands übergreifende Randtief. Vielmehr soll sich nach dem EPS-Mittel über den Britischen Inseln ein Zentraltief etablieren. Hierzu tendieren laut Clustering auch ca. 80 Prozent der Einzellösungen. Beim Clustering gemäß Großwetterlagen dominieren zyklonale Strömungsmuster, die weiterhin auf eine weit südlich liegende Frontalzone mit Ansätzen einer Blockierung über Nordosteuropa hindeuten, unterbrochen nur von einer Troglage am zweiten Februarwochenende. Damit besteht weiterhin die Gefahr von Kaltlufteinbrüchen aus Richtung Skandinavien. _________________________________________________________ Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen Am Donnerstag sind vor allem im westlichen und südwestdeutschen Bergland länger andauernde Regenfälle zu erwarten. Zusammen mit der im südlichen Schwarzwald sowie im Allgäu noch vorhandenen Schneedecke und deren raschen Abschmelzen können sich durchaus warnrelevante Abflussmengen ergeben. Zudem besteht zunächst in den Hochlagen im Südwesten und in der Nacht zum Freitag auch in den Kamm- und Gipfellagen der östlichen Mittelgebirge die Gefahr von Sturmböen. Am Freitag frischt an der Nordsee der Wind aus Nord auf, an der Küste sind stürmische Böen nicht auszuschließen. Im westlichen und südwestdeutschen Bergland dauern die Niederschläge, die weiterhin durchweg als Regen fallen, an. In der Nacht zum Samstag besteht von Nordwesten her bei Aufklaren Glättegefahr durch überfrorene Nässe. Bereits in der Nacht zum Samstag gehen in den Alpen und in deren Vorland die Niederschläge in Schnee über. Diese dauern staubedingt auch am Samstag noch an, wodurch 10 bis über 20 cm Neuschnee zusammenkommen können. Diese Schneefälle lassen wahrscheinlich in der Nacht zum Sonntag nach, wobei am östlichen Alpenrand noch einmal um 10 cm Neuschnee hinzukommen können. Ansonsten stellt sich vielfach mäßiger, bei Aufklaren über Schnee auch strenger Frost ein. Am Sonntag sind keine markanten Wettererscheinungen zu erwarten. In der Nacht zum Montag setzen von Westen her rasch Niederschläge ein, die im Laufe des Montags auch den Osten Deutschlands erfassen. Dabei fällt zunächst Schnee (in Staulagen durchaus bis 10 cm nasser Schnee), bevor im Laufe des Montags bis in Lagen von 800 bis im Südwesten über 1000 m ein Übergang in Regen erfolgt. Dabei besteht in der Nacht sowie am Montag in den Frühstunden aufgrund von gefrierendem Regen vorübergehend hohe Glättegefahr. ________________________________________________________ Basis für Mittelfristvorhersage EPS, anfangs MOS ________________________________________________________ VBZ Offenbach / Dipl. Met. Thomas Schumann |
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