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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 31.01.2026 um 10.30 UTC



Winterlich wechselhaft mit Wind an der Küste, Dauerfrost im Nordosten und zeit-
und gebietsweise gefrierendem Regen.
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Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 07.02.2026


Fazit vorweg: In der Mittelfrist wird wieder einiges geboten. Es kommt zu
zeitweisen Niederschlägen, mal als Schnee, mal als Regen und gebietsweise mit
der Gefahr des Gefrierens am Boden. Im Norden und Osten herrscht teils mäßiger
Dauerfrost. Anfangs ist auch noch strenger Nachtfrost möglich, die Temperatur
steigt insgesamt aber an. Zu guter Letzt weht an den Küsten zeitweise ein
"büschn Wind".

Zu Beginn der Mittelfrist am Dienstag zieht ein Trog in den unteren
Luftschichten aus Südwesten herein und erreicht bis zum späten Abend den Norden
Deutschlands. In 500 hPa wölbt sich derweil ein Höhenkeil über uns, der die
Bildung eines Tiefs erheblich stört. Erst am Mittwoch kann sich über der Nordsee
ein kleinräumiges Tief bilden, das die weitere Progression des Troges nordwärts
bremst.
Im Trog eingelagert ist ein langgezogenes Frontensystem, das vom Nordatlantik
über West- und Mitteleuropa bis nach Nordafrika reicht und zunehmend okkludiert.
Aus Südwesten strömt mildere und hochreichend feuchte Luft ins Land, die sich
langsam auch ihren Weg in den Norden und Osten Deutschlands bahnt. Dort kommt
sie voraussichtlich am Mittwoch an, wenn die Temperatur in 850 hPa auf -1 Grad
ansteigt. Im Süden fließen beständig +2 bis +4 Grad ein. An das Frontensystem
koppeln sich Niederschläge, die zunächst als Schnee mit Milderung in der Höhe
aber zusehends als Regen fallen. Vorübergehend ist im Übergangsbereich auch
wieder gefrierender Regen möglich. An den Küsten weht Gradientbedingt ein
starker östlicher Wind, der Böen Bft 8 bis 9, exponiert auf kleineren Inseln
auch Bft 10 erreicht.

Am Mittwoch liegt der okkludierte Teil des Frontensystems über dem Norden
Deutschlands. Es wird in einem Bogen über Osteuropa zurück an die Alpen geführt,
wo es von einem kleinräumigen Tief (voraussichtlich auf der Alpensüdseite)
wieder eingefangen wird. Im Norden Deutschlands gibt es also weitere
Niederschläge, anfangs als Schnee, aber zunehmend als Regen, mit der Gefahr des
Gefrierens am Boden, denn die konnten in den letzten Tagen und Wochen gut
auskühlen. Immerhin lässt der Wind mit auffächerndem Gradienten nach, es sind
aber an den Küsten noch Böen Bft 8 oder exponiert 9 möglich. Nach Süden hin
schließt sich vorübergehend trockenere Luft an. Allerdings ist das Tief über/an
den Alpen im Begriff sich nordwärts zu verlagern, sodass in den Abendstunden
bereits wieder feuchte Luft in den Südosten Deutschlands gelangt.

Am Donnerstag weitet sich aus Süden Tiefdruck nordwärts aus. Das Tiefzentrum
löst sich im allgemein tiefen Druck auf. Bis zum Abend liegt der Druck unter 995
hPa in der Mitte und dem Süden Deutschlands. Mit Ausweitung des Tiefdrucks
schieben sich auch Niederschläge nordwärts. Dabei wird aus Nordosten wieder
kältere Luft angezapft und die Schneephase nimmt zu.
Zeitgleich liegt auf dem Atlantik ein ausgedehntes Tiefdrucksystem, dessen
Ausläufer bis zur Iberischen Halbinsel reichen. Es dreht sich weiter ein und
nimmt in der Nacht zum Freitag Verbindung zum Tiefdruck bei uns auf.
Am Freitag selbst liegen weite Teile Mittel- und Südeuropas unter
Tiefdruckeinfluss. Über Südskandinavien schließt sich eine schmale
Hochdruckbrücke an. Bei uns fallen zeit- und gebietsweise Niederschläge, die im
Norden eher als Schnee, im Süden als Regen runterkommen.

Am Tiefdruckeinfluss ändert sich auch am Wochenende nicht viel. Allerdings
etabliert sich über Nord-Nordwesteuropa Hochdruck, was zum Zustrom deutlich
kälterer Luft (-2 bis -8 Grad in 850 hPa) aus Norden führt. In einer Art
Gegenstromlage zwischen hohem und tiefem Luftdruck ist die Feuchte über
Deutschland gefangen und wird zunehmend ausgequetscht. Zu Beginn der
übernächsten Woche (Montag, 09.02.) scheint sich dann hoher Luftdruck aus dem
Norden langsam auch zu uns auszudehnen. Damit hätten immerhin die (wenn auch nur
schwachen) Niederschläge im Norden ein Ende, allerdings ist die Luft mit rund -5
Grad im Süden und -15 Grad im Norden in 850 hPa recht kalt. Und über dem
Baltikum lauert bereits ein Tiefdruckgebiet...
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die Konsistenz zwischen den letzten Läufen des IFS beschränkt sich auf die
grundsätzliche Lage, die mehr und mehr von Tiefdruckgebieten bestimmt ist.
Zeitliche Abläufe und räumliche Ausdehnungen variieren stark. Gesichert scheint
der Bodentrogdurchgang am Dienstag und Mittwoch, während in der Höhe mildere
Luft aus einem Hochkeil zu uns strömt. Wo sich am Donnerstag aus einem Höhentrog
ein Tief abspaltet (Frankreich, Süddeutschland, Südtirol), ist unsicher.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Im Vergleich mit anderen Modellen herrscht anfangs noch große Einigkeit, ab
Donnerstag ergeben sich aber signifikante Unterschiede. ICON simuliert das Tief
über Tschechien und Polen, IFS über Süddeutschland. GFS und UK10 belassen es bei
einem Trog ohne abgeschlossenes Tief. So oder so wird es in der zweiten
Wochenhälfte zeit- und gebietsweise nass und das vermutlich mindestens im
Bergland als Schnee.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die Cluster bieten in Zeitschritt eins (Dienstag und Mittwoch) zwei Lösungen,
durchweg NAO-. Dabei liegen Haupt- und Kontrolllauf in Cluster eins. Die
Unterschiede für uns beschränken sich auf einen etwas stärkeren Keil am Mittwoch
in Cluster zwei.
Auch Zeitschritt zwei (Donnerstag bis Samstag) liefert zwei Lösungen, weiterhin
mit NAO-. Cluster eins (29 Member) hat das Tief über dem Atlantik stärker drin
und lässt den Trog am Freitag/Samstag etwas weiter in den Süden Europas
vordringen. Dafür breitet sich im Norden und Osten mehr Hochdruck aus. Cluster
zwei (22 Member plus Haupt- und Kontrolllauf) hat den Tiefdruck flacher mit mehr
Randtrögen und über weiten Teilen Mittel- und Südeuropas. Das Hoch konzentriert
sich hier auf den Nordatlantik.
Die erweiterte Mittelfrist liefert drei Lösungen, überwiegend NAO-. Dabei
überwiegt niedriges Geopotential.

Die Rauchfahnen stützen die wechselhafte Lage und gehen erwartungsgemäß (keine
Konsistenz der letzten Läufe) ab Mittwoch auseinander. Dabei ist der Trend klar:
Zunächst steigt die Temperatur rasant, geht aber nach Wochenmitte wieder langsam
zurück. Beim Geopot500 ist ein Schwanken nicht von der Hand zu weisen,
allerdings eher moderat und mit nachhaltigem Absinken. Auffällig ist der
Hauptlauf, der nach Wochenmitte im unteren Drittel der Ensembles angesiedelt
ist. Vielleicht kommt man im Nordosten ja doch nochmal aus dem Dauerfrost? Die
Niederschlagsensembles weisen wenig überraschend ab Dienstag durchgehend
Ausschläge auf, wenn auch nicht markant.

Die Ensembles zur Temperatur und zum Geopotential der anderen Modelle sehen
ähnlich aus, auf Phasenverschiebungen gehe ich nicht ein. Lustigerweise ist auch
beim GFS der operationelle Lauf kälter als das Ensemblemittel.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Der EFI liefert für den Norden und Osten schwache Signale bei der Temperatur.
Dabei wiegt der anhaltende und teils mäßige Dauerfrost mehr, als der teils
strenge Nachtfrost. Die markanten Böen an der Küste sind jedoch ohne Signal.
Wann und wo die Niederschläge als gefrierender Regen mit Glatteisbildung fallen,
lässt sich nicht vorhersagen. Die Wahrscheinlichkeit für das generelle Auftreten
in Deutschland ist aber hoch.
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Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-Mix, MOS-IFS
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Jacqueline Kernn


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