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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 21.03.2019 um 10.30 UTC



Zu Wochenbeginn vorübergehend wechselhafter, wieder kühler.
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Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 28.03.2019


Am Sonntag nähert sich von Nordwesten her die Frontalzone mit einem Trog über
die Nordsee und Südskandinavien. Der bislang dominierende Höhenrücken wird nach
Süden abgedrängt. Dabei wird eine über dem Süden liegende Kaltfront etwas
aktiviert und über der Mitte überwiegt starke Bewölkung mit leichten
Regenfällen, während präfrontal im Süden und rückseitig im Norden größere
Sonnenanteile zu erwarten sind. Im Süden sind in der milden Luftmasse örtlich
knapp 20 Grad möglich, während in der in den Norden einfließenden frischen
Meeresluft nur 9 bis 13 Grad drin sind.
Am Montag schwenkt der Trog unter Verkürzung seiner Wellenlänge, aber merklicher
Amplifizierung nach Südosten und greift auf Deutschland über. Die Ausläufer des
zugehörigen Tiefs überqueren bis zum Abend den größten Teil Deutschlands und
leiten die Zufuhr kalter Meeresluft ein. Dabei kommt es zu schauerartigen
Niederschlägen oder Schauern und einzelnen kurzen Gewittern, die mit stürmischen
Böen, vereinzelt mit Sturmböen verbunden sein können.
Unterdessen baut sich über dem nahen Nordostatlantik ein kräftiger Hochkeil auf,
der langsam ostwärts schwenkt und ein Bodenhochdruckgebiet mit Kern bei Irland
stützt.
Am Dienstag zieht der Trog südwärts ab und tropft dabei ins westliche Mittelmeer
ab. Der Höhenrücken folgt rasch nach und liegt abends mit seiner Achse über der
Nordsee, während das Bodendruckfeld wieder auf antizyklonal getrimmt ist mit
einem Keil von mehr als 1030 hPa, der zonal über Deutschland liegt. Die Schauer
lassen dementsprechend schnell wieder nach. Am längsten halten sie sich im
Südosten, wo im Bergland teilweise Schnee fällt. Ansonsten beruhigt sich das
Wetter wieder und der Wind flaut ab. Das Temperaturniveau bleibt gedämpft bei
850 hPa Werten zwischen -2 Grad im Nordwesten und -7 Grad im Südosten.
Am Mittwoch zeigt von der hochreichenden Antizyklone bei Irland ein Keil im
Geopotential- und Bodendruckfeld in Richtung Mitteleuropa. Er wird von
kurzwelligen Trögen und schwachen Tiefausläufern umlaufen, die im Norden und
Osten den Wettercharakter etwas trüben dürften, während sonst Absinken für
wolkenarme Verhältnisse sorgen kann. Die Temperaturen ändern sich zunächst nicht
grundlegend.
Am Donnerstag liegen wir unter seiner langestreckten Hochdruckzone, die vom
Nordatlantik über Mitteleuropa bis zum Balkan reicht. Sie sorgt mit ihrem
Absinken für ruhiges Wetter, wobei sich eingeflossene Kaltluft durch Absinken
und die Einstrahlung langsam erwärmen kann.
In der erweiterten Mittelfrist setzt sich das antizyklonal dominierte Wetter
zunächst fort, wobei die Entwicklung dann natürlich deutlich unsicherer wird.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die Entwicklungen im mittelfristigen Zeitraum wurden von den letzten Läufen im
Wesentlichen konsistent simuliert. Es gibt natürlich einige Unterschiede im
zeitlichen Ablauf, in der Intensität der Tröge etc., in Anbetracht des
Zeitrahmens halten diese sich aber in Grenzen. Die Konsistenz ist also gut, die
Modellergebnisse sind brauchbar.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Kleinere Unterschiede gibt es schon zu Beginn der nächsten Woche. So simulieren
ICON und GFS einen breiteren Trog, der aber weitaus weniger amplifiziert an uns
vorbei zieht. So streift uns die höhenkalte Luft in beiden Modellen nur im
Nordosten und Osten. Sie zeigen aber einen deutlich größeren Gradienten als das
IFS, da das Bodentief im Osten stärker entwickelt ist. In der Folge zeigen ICON
und GFS den Hochkeil etwas nach Südwesten verschoben und lassen in stärkerem
Maße Tiefausläufer den Norden und Osten streifen.
Alles in Allem wird die Entwicklung aber zumindest ähnlich simuliert.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Anhand der Raufahnen diverser deutscher Städte stützen die Ensembles die
Aussagen des operationellen Laufs des IFS. Bis zum Ende der Mittelfrist
verlaufen die Kurven des Hauptlaufs und die der meisten Ensembles nah bei
einander bei gleichzeitig überschaubarem Spread. Unschärfen verbleiben bei der
Trogpassage, etliche Members simulieren ihn schwächer. Und vor allem die
Temperaturentwicklung zum Ende wirft noch Fragen auf. Der Hauptlauf sieht dann
die Zufuhr milderer Luftmassen, während die meisten Members höchstens einen
verhaltenen Anstieg der Temperatur auf der Karte haben.

Die Clusterung differenziert zwar schön zwischen den Ensemblemembers und findet
beispielsweise im Zeitraum bis +168h 6 Cluster (op. in Cluster 3, 9 Memb.), die
aber alle eine positive Geopotentialanomalie über Mitteleuropa zeigen. Die
Unterschiede liegen eher im Verhalten der kurzwelligen Gebilde drum herum sowie
in Ausprägung und Form der Anomalie. Auch danach wird am hohen Geopotential über
Mitteleuropa meist festgehalten und die Strömungskonfiguration in "Blocking"
einsortiert. _________________________________________________________

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Signifikantes Wetter ist mittelfristig eher Mangelware. Vorübergehend stehen zu
Wochenbeginn wieder Wind und im Bergland teilweise winterliche Verhältnisse auf
der Karte.
Danach ist unter Hochdruckeinfluss nicht mehr viel Spannendes zu erwarten.
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Basis für Mittelfristvorhersage
Mos, ECM +EPS
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Bernd Zeuschner


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