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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Mittwoch, den 18.07.2018 um 10.30 UTC



Fortdauer des Hochsommers, dabei am Wochenende vorübergehend erhöhte
Gewitterneigung.
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Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 25.07.2018


Sollte jemand unter der geneigten Leserschaft sein, dem die hochsommerliche
Witterung allmählich auf den Geist geht - geloost! Das Zirkulationsmuster bleibt
weiterhin gestört, der klassische, atlantisch geprägte mitteleuropäische Sommer
(also eher wechselhaft und zeitweise unterkühlt) kommt einfach nicht zu Zuge,
auch wenn durchaus mal Störungen in Form schwacher Fronten, Tröge oder
Tiefdruckrinnen durchschwenken.
Starten wir am kommenden Samstag - leider weitgehend fußballlos -, der durch
einen nach Osten abwandernden Höhenrücken und einem gleichzeitig von Westen
heranschwenkenden Höhentrog geprägt ist. Trogvorderseitiger Druckfall lässt bei
uns eine Tiefdruckrinne entstehen, außerdem breitet sich potenziell instabil
geschichtete Subtropikluft auf weite Teile des Landes aus (T850 11 bis 17°C).
Entsprechend günstig gestaltet sich das Setup für konvektive Umlagerungen bis
hin zu Unwettern, insbesondere in den südlichen Landesteilen. Inwieweit der
Norden und Osten am Samstag oder in der Nacht zum Sonntag von Gewittern bzw.
gewittrigen Regenfällen traktiert werden, ist hingegen noch nicht sicher.
Am Sonntag deutet sich südliche der Alpen eine Abtropfung des o.e. Troges an,
während das nördliche Residuum den Norden und Osten des Vorhersageraums
passiert. Der Luftdruck steigt von Westen her leicht an, so dass die
Tiefdruckrinne nach Osten abgedrängt wird bzw. ihre Kontur verliert.
Gleichzeitig sickert in den Westen und Nordwesten etwas weniger warme (T850 10
bis 12°C) und stabilere Luft ein. Im Süden sowie in Teilen der Mitte bis hoch in
den Nordosten soll es nach IFS aber auch am Sonntag blitzen und donnern.
Zu Beginn der neuen Woche steigt das Potenzial von Westen her sukzessive an, bis
am Dienstag ein lupenreiner Rücken über Deutschland liegt. Er weitet sich rasch
nach Skandinavien aus, wo sich ein eigenständiges Höhenhoch abspaltet, um das
etwas ins Stottern geratene fennoskandische Höhenhoch (dem ständigen Begleiter
dieses Sommers und über weite Strecken auch schon des Frühjahrs) zu ersetzen.
Bei uns stabilisiert sich die Luftmasse trotz niedertroposphärischer Erwärmung
(T850 am Mittwoch um oder über 15°C), was eine gedämpfte Schauer- und
Gewitteraktivität zur Folge hat. Der Süden und Osten allerdings bleiben aufgrund
ihrer Nähe zu einem ost-südosteuropäischen Trogkomplex weiterhin anfällig für
konvektive Umlagerungen, auch wenn die - zumindest nach Lesart der
Niederschlagsprognosen - nicht verbreitet auftreten sollen.
In der erweiterten Mittelfrist von Donnerstag bis Samstag bleibt es bei - wieder
mal - geringen Druck- und Potenzialgegenätzen sehr warm bis heiß (T850 meist
15°C oder etwas darüber) mit einer etwas erhöhten Gewitterwahrscheinlichkeit im
Osten und Süden des Landes.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die Konsistenz der "Europäer" (gemeint ist natürlich das Vorhersagemodell IFS
vom ECMF) kann summa summarum als gut bis sehr gut betitelt werden. Die
Basisfelder zeigen eine hohe Kongruenz, so dass an der grundlegenden Ausrichtung
des Wetters keine Zweifel bestehen - hochsommerlich mit mal mehr, mal weniger
Gewitteraktivität.
Ein Maximum konvektiver Umlagerungen steht uns am kommenden Wochenende bevor,
wobei es insbesondere bezüglich deren räumlicher Verteilung noch ein paar
Unschärfen gibt. Süddeutschland ist auf alle Fälle dicke dabei, während die
Fragezeichen nach Norden hin größer werden. Mit Beginn der neuen Woche nimmt die
Gewitterneigung zwar ab, der Süden und Osten bleiben - wie schon erwähnt -
wahrscheinlich noch mit einzelnen Gewittern im Rennen.

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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Nach Durchsicht der an dieser Stelle für gewöhnlich begutachteten Globalmodelle
(ICIN, GFS, GEM, UKMO) lässt sich konstatieren, dass alle im Großen und Ganzen
die gleiche Idee haben, nämlich den Sommer (oder besser das Sommerwetter) am
Leben zu lassen. Auch die Ausrichtung - am Wochenende eher zyklonal und
gewittrig, danach eher antizyklonal und meist trocken - ist sehr ähnlich. Dass
dabei Unterschiede in der Niederschlags- respektive Gewitterverteilung zu Tage
treten, ist nicht ungewöhnlich. Vor allem ICON zeigt die Abtropfung des Troges
früher und entsprechend westlich von uns, was am Sonntag im Westen und Südwesten
noch Schauer und Gewitter bedeuten würde.

FAZIT: Es bleibt hochsommerlich mit einer am Wochenende erhöhten
Gewitteraktivität.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die EPS-Rauchfahnen verschiedener deutscher Städte zeigen sowohl bei IFS als
auch bei GFS bis zum (bitteren) Ende einen vergleichsweise eng gebündelten
Verlauf (T850 und Pot500), bei dem sich der Spread ab dem kommenden Wochenende
kaum vergrößert und auch keine nennenswerten Einzelausreißer zu erkennen sind.
Nachdem Temperatur und Potenzial am Samstag und Sonntag ein kleines Tal
durchlaufen haben (ohne dass es dabei aber wirklich kühl oder gar kalt wird),
geht es in der kommenden Woche peu a peu wieder bergauf. Diametral
entgegengesetzt dazu verlaufen die Niederschlagssignale, die am Wochenende ein
Maximum aufweisen (im Norden und Osten allerdings schwächer ausgeprägt als im
Süden und Westen), um danach wieder abzuebben. Einzig im Süden (Referenz Ulm)
werden weiterhin RR-Peaks angeboten, wenn auch weniger als am Wochenende.
Fast folgerichtig, auch wenn man die Clusterung nicht immer versteht, wird für
alle Vorhersageabschnitte bis in die erweiterte Mittelfrist lediglich ein
einziger Cluster angeboten. Am Ende steht somit ein fundierter
EPS-Vorhersagesockel, der der geschilderten Entwicklung des Hauptlaufs eine hohe
Prognosesignifikanz verleiht.

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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Wie nicht anders zu erwarten konzentriert sich die Betrachtung möglicher
signifikanter Wettererscheinungen auf GEWITTER bzw. für die Regionen, die von
diesen nicht getroffen werden, auf TROCKENKEIT.
Bleiben wir bei den GEWITTERN, die am Wochenende ihren Höhepunkt erreichen,
wobei der Süden nach heutigem Stand am meisten abbekommt. Da die Wetterlage
wenig Dynamik zu bieten hat, stehen als begleitende Parameter vor allem
Starkregen, dann Hagel und zuletzt Sturmböen auf der Agenda. Dass es dabei zu
lokalen Unwettern kommt, kann als sicher angenommen werden. Ab Montag nimmt die
Gewitterwahrscheinlichkeit wieder ab, kommt aber nicht ganz zum Erliegen (Süden,
Osten).
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Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-Mix mit IFS-EPS und IFS.
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Jens Hoffmann


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