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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 22.01.2026 um 10.30 UTC



Wetterzweiteilung mit kaltem Osten und eher mildem Westen. Dabei wechselhaft, im
Osten am Montag markanter Neuschnee möglich.
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Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 29.01.2026


"Deutschland doch wieder geteilt!" - Mit Blick auf die ab Sonntag beginnende
Mittelfrist lässt sich eine Zweiteilung bei den Temperaturen feststellen: Im
Osten kalt bis mäßig kalt, womit zeitweilige Niederschläge meist als Schnee
fallen, im Westen mäßig-kalt bis mild und teils Regen. Eines eint die Deutschen
aber: In den Nächten ist verbreitet leichter bis mäßiger Frost zu erwarten.

Die Mittelfrist wird geprägt von einer zwischen Island und Skandinavien
liegenden Höhenantizyklone, die im Verlauf zwar von Trögen traktiert, dadurch
aber nicht gänzlich getilgt wird. Hoher Bodendruck über Island und eher tiefer
über den Azoren bewirkt eine leicht negative NAO. Tröge werden um das Höhenhoch
herum auf eine südliche Bahn Richtung Mitteleuropa gelenkt, zwei davon bilden
die Hauptakteure der ab Sonntag beginnenden Mittelfrist.

Am Sonntag liegt der erste Höhentrog vor den Toren Mitteleuropas und erstreckt
sich mit mehreren Drehzentren von den Britischen Inseln bis nach Tunesien. Die
Frontalzone ist damit weit nach Süden verschoben. Deutschland profitiert meist
noch von schwachem Hochdruckeinfluss, erst zum Abend hin machen sich die
Aufgleitprozesse eines neuen Tiefs über dem Balkan bemerkbar. Dieses lenkt
feuchte Luftmassen nach Deutschland, sodass von Südosten bei T850 hPa von 0 bis
-5 Grad und kräftiger WLA Schneefälle aufkommen, in den Niederungen ist zum Teil
Regen dabei.

Am Montag wird dieses Tief auf Vb-ähnlicher-Zugbahn mit dem leicht progressiven
Trog über Tschechien nach Polen geführt. Um das Tief herum wird weiterhin
feuchte Luft nach Deutschland gebracht, sodass es außer im Nordwesten zu
Schneefällen kommt, in den westlichen Niederungen auch zu Regen oder
Schneeregen.

Am Dienstag schwenkt der Trog unter Abflachung in die Ostsee, das zugehörige
Tief zieht von Polen ins Baltikum. Die feuchten Luftmassen werden damit im
Tagesverlauf über den Nordosten Deutschlands abgeführt, sodass dort letzte
Schneefälle nachmittags nachlassen. Gleichzeitig richtet sich der Blick aber
auch schon wieder nach Westen. Der kurze Zwischenhocheinfluss im Bereich eines
flachen Rückens wird rasch durch den Rücken überlaufende WLA sowie der Ankunft
des zweiten Langwellentrogs vom Nordostatlantik beendet. Letzterer führt ein
weiteres Bodentief zum westlichen Ärmelkanal, dessen Warmfront mit
Niederschlägen in den Abendstunden auf den Südwesten Deutschlands übergreift.
Die T850 hPa steigen auf über 0 Grad, womit anfänglicher Schnee häufiger in
Regen übergeht.

Am Mittwoch kommt der Trog bis zu den Britischen Inseln voran, das Bodentief
zieht derweil unter Abschwächung in die südwestliche Nordsee. Die Warmfront
erreicht bis zum Abend der Nordosten, die Kaltfront dringt nachmittags in den
Westen ein. Während im Warmsektor die T850 hPa vorübergehend auf knapp 0 Grad
steigt, sinkt sie postfrontal wieder auf bis zu -3 Grad. Im Osten und im
Bergland fällt meist Schnee, sonst geht der Schnee zum Teil in Regen über.

Am Donnerstag überquert der Trog mit einem Anteil den Nordosten Deutschlands,
gleichzeitig wird er aber durch einen weiteren vom Nordostatlantik kommenden
Randtrog regeneriert. Das Tief über der Nordsee löst sich dann auf, die Reste
der Ausläufer wandern mit letzten Schneefällen über den Nordosten Deutschlands
ab. Mit einem weiteren Tief über den Britischen Inseln erreicht in den
Abendstunden eine neue Warmfront den Südwesten Deutschlands. Die T850 hPa
steigen erneut auf etwa 0 Grad, sodass anfänglicher Schnee meist wieder in Regen
mündet.

In der ab Freitag beginnenden erweiterten Mittelfrist steuern Trog und Tief
Mitteleuropa an. Während im Warmsektor die T850 hPa vorübergehend auf nahe oder
knapp über 0 Grad steigen, kühlt es sich postfrontal auf -3 bis -7 Grad ab. Mit
einem schmalen, nach Island aufragenden Rücken, der Verbindung aufnimmt zur
immer noch vorhandenen Höhenantizyklone, scheint sogar eine Blockierung auf dem
Nordostatlantik möglich, was die winterlichen Optionen erhöhen würde.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Bereits zum Beginn der Mittelfrist zeigen sich für uns relevante Unterschiede,
sodass die Konsistenz der jüngsten 3 Läufe des EZMW nur mäßig ist. Das betrifft
vor allem das Tief, das anfangs der Woche auf Vb-ähnlicher Zugbahn zur Ostsee
zieht, in den Vorläufen allerdings schwächer und früher auflösend gerechnet
wurde. Die Schnee- und Regenfälle breiten sich daher nun weiter in den Westen
und Südwesten aus, der Nordwesten bleibt aber ausgenommen. Am Mittwoch sieht die
Entwicklung dann vorübergehend wieder ähnlicher aus, bevor ab Donnerstag die
Unterschiede deutlicher zunehmen. Das neue Tief über den Britischen Inseln wird
im jüngsten Lauf kräftiger und sogar als Sturmtief gerechnet, das ab
Donnerstagabend mit seinen Ausläufern Deutschland erfassen soll. Im gestrigen 0
UTC-Lauf griffen die Ausläufer etwa 12 bis 18 Stunden später auf Deutschland
über.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


UK10 und GFS liefern am Montag und Dienstag zwar ähnliche Strukturen wie das
EZMW, lassen die feuchten Luftmassen aber nicht ganz so weit nach Westen und
Südwesten ausgreifen. Beim zweiten Trog ab der Wochenmitte gibt es nur Einigkeit
dahingehend, dass er kommt. In den Details werden allerdings größere
Diskrepanzen sichtbar mit Auswirkungen auf das Wettergeschehen hinsichtlich des
genauen zeitlich-räumlichen Ablaufs. Die Temperaturen bewegen sich allgemein auf
ähnlichem Niveau wie das EZMW, eine deutlichere Abkühlung in Richtung
Einwinterung bis ins Tiefland zeichnet sich nicht ab.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


RAUCHFAHNEN:
Die Rauchfahnen des EZMW-Ensembles sehen für diverse deutsche Städte
insbesondere bei den T850 hPa recht zappelig aus, wobei der Hauptlauf meist im
Median verbleibt, sich die Kurven aber bereits ab Sonntag öffnen und zum Ende
hin immer breiter streuen. Das untermauert zwar eine gewisse
Vorhersageunsicherheit, die jedoch hauptsächlich von Ausreißern ausgeht.
Niederschlagssignale sind ab Montag häufiger vorhanden, was den Trogeinfluss
bestätigt.

CLUSTER:
Im zweiten Zeitschritt zwischen Dienstag 0 UTC und Donnerstag 0 UTC werden 3
Cluster benötigt (alle NAO-). In C1 (mit Haupt- und Kontrolllauf und 26
Mitgliedern) findet sich die Entwicklung des Tiefs auf Vb-ähnlicher Zugbahn
wieder, in C2 (19 Mitglieder) wird das Tief schwächer, in C3 (6 Mitglieder)
östlicher gerechnet. Die Auswirkungen auf Deutschland sind daher unsicher, vor
allem das Ausgreifen der Niederschläge nach Westen und Südwesten (Ergebnis wurde
ja auch schon bei UK10 und GFS gefunden).
Im dritten Zeitschritt zwischen Donnerstag 0 UTC und Sonntag 0 UTC (erweiterte
Mittelfrist) gibt es ebenfalls 3 Cluster (weiterhin NAO- dominant). Im neuen
Trog zeigen sich zwar im Detail räumlich-quantitative Unterschiede, am
Übergreifen des Trogs Richtung Mitteleuropa bestehen allerdings keine Zweifel.
Zum Ende hin wird die Aufwölbung eines Rückens Richtung Island interessant, die
aber nur in C2 mit 19 Mitgliedern stärker bestätigt wird. In den anderen beiden
bleibt es bei Ansätzen, die sich nicht durchsetzen können.

FAZIT:
Die Mittelfrist gestaltet sich wechselhaft mit einer Temperaturzweiteilung: Im
Osten kalt bis mäßig-kalt, dazu Niederschläge meist als Schnee, im Westen
mäßig-kalt bis mild und teils Regen. Mit dem neuesten Lauf des EZMW zeigt sich
außerdem zum Wochenstart ein Tief auf Vb-ähnlicher Zugbahn, was dem Osten am
Montag sogar gebietsweise markanten Neuschnee bringen könnte. In der erweiterten
Mittelfrist ist mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 40 % eine Blockierung über
dem Nordostatlantik bis nach Island möglich, was Fantasie für winterliche
Optionen bei uns lässt.

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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


SCHNEEFALL:
Am Montag sind im Osten und Südosten gebietsweise um 10 cm Neuschnee in 12
Stunden gering wahrscheinlich.

GLATTEIS/GLÄTTE:
Im Übergangsbereich der Luftmassen ist bei Niederschlägen an fast allen Tagen
örtlich gefrierender Regen möglich. Darüber hinaus ist bei nächtlichem Frost
markante Glätte durch Überfrieren nicht ausgeschlossen.
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Basis für Mittelfristvorhersage
MOSMIX, EZMW, EZMW-ENS
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Simon Trippler


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