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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Mittwoch, den 14.01.2026 um 10.30 UTC



Retrogrades Russlandhoch => ereignisarme Blockierung mit Inversion und
winterlicher Grundschichtmeteorologie. Tagsüber mäßig kalt bis mild, nachts
leichter Frost.
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Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 21.01.2026


So spannend, abwechslungsreich und dynamisch die erste Januardekade war, das
Pulver ist verschossen. Die (Schnee- und Glatteis)Kanonen sind leer, jetzt steht
uns einmal mehr eine eher dröge und langweilige Blockierungslage mit dem
wintertypischen Grundschichtgedöns bevor, wie wir sie noch aus dem
zurückliegenden Dezember kennen: oben mild und tendenziell blau, unten mäßig
kalt bis mild (mit Nachtfrost) und tendenziell grau; trocken bis auf lokalen
Nieselregen aus Hochnebel. Braucht keiner, gibt´s aber. Jammern hilft nix, also
ran an den Speck.

Beginnen tun wir am kommenden Samstag, dem offiziellen Beginn der Mittelfrist,
der von einer stark gestörten Zirkulation geprägt ist. Auf der einen Seite ein
langgetreckter, kurz vorm Abtropfen (Iberische Halbinsel) stehender Trog über
Westeuropa respektive dem nahen Atlantik, der mit einer nicht minder
langgestreckten Tiefdruckzone korrespondiert. Als Gegenspieler fungiert ein
dickes, fettes Russlandhoch, das ganz klar retrograde Tendenzen aufweist und
seinen Schwerpunkt mit etwas über 1045 hPa im Laufe des Wochenendes Richtung
Belarus und nördliche Ukraine verlagert. Gestützt wird das Hoch von einem
potenten Rücken, der vom zentralen Mittelmeer bis in Westen Russlands reicht.
Dabei keilt er sichtbar nach Westen aus, wo er den durch das Abtropfen
freiwerdenden Platz einnimmt. Gleichzeitig erstickt der Höhenkeil jegliche
Ambitionen atlantischer Frontensysteme, bei uns nennenswerte Duftmarken zu
setzen, im Keim. Das Setup im Vorhersagegebiet ist also ganz klar antizyklonal
geprägt, wobei die untere Troposphäre immer milder wird (Absinken + Advektion
durch leichte Südströmung => Inversion). Bis Sonntag steigt T850 auf etwa 5 bis
8°C mit den höchsten Werten im Süden, wo von den Alpen her eine leichte
Föhntendenz erkennbar ist. Unterhalb der Inversion etabliert sich eine feuchte
und tagsüber mäßig kalte bis milde, im Verlauf leicht abkühlende Grundschicht,
in der es häufig bedeckt oder neblig trüb bleibt. Nachts gibt es verbreitet
leichten, nur vereinzelt mäßigen Frost. Wer die Sonne den winterlichen Grautönen
vorzieht, muss entweder ins höhere Bergland ausweichen (Mittelgebirge, Alpen +
höheres Vorland) oder sich ins Lee der westlichen, zentralen und östlichen
Mittelgebirge begeben. Dort sorgt der mitunter leicht auflebende Ost- bis
Südostwind gebietsweise für Auflockern oder sogar gänzliches Auflösen lästiger
Stratusbewölkung.

Von Montag bis Mittwoch ändert sich im Grunde nicht viel an der beschriebenen
Konstellation. Zwar schwächt sich das Hoch ein wenig ab und verlagert sein
Zentrum etwas nach Süden. Die Blockierung bleibt aber bestehen, zumal der
korrespondierende Rücken weiterhin eine prominente Präsenz an den Tag legt. Gut
möglich, dass die Inversion in Teilen so weit nach unten gedrückt wird, dass die
Grundschicht mehr oder weniger getilgt wird und sich trockene Luft von oben
durchsetzt (=> höhere Sonnenanteile). Die Musik spielt auf alle Fälle woanders,
z.B. über dem nahen Atlantik inkl. UK/Irland, wo es immer mal wieder Anläufe
potenter Tiefs aus dem Raum Neufundland/Labrador gibt, die dann aber nicht
richtig weiterkommen. Sehr ungemütlich wird´s auch rund ums westliche Mittelmeer
bis nach NW-Afrika rein, wo das Cut-Off-Tief nicht nur kräftige Regenfälle und
Gewitter, sondern zudem noch einen sehr lebhaften, teils stürmischen Ostwind
generiert.

Ob dann im Verlauf der zweiten Wochenhälfte (erweiterte Mittelfrist) eine
Portion der nicht weit über Nord- und Nordosteuropa lauernden Kaltluft den Weg
zu uns findet (inkl. eines kleinen Kaltlufttropfens), bleibt abzuwarten.

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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die Konsistenz des IFS-Modells vom ECMF kann als gut bezeichnet werden. Kleinere
Unschärfen/Abweichungen liegen im handelsüblichen Rahmen mittelfristiger
Vorhersagen. Demnach steht uns nicht zum ersten Mal im laufenden Winter eine
ruhige und unspektakuläre Blockierungslage bevor. Das kräftige Hoch über dem
nahen Osteuropa wehrt sämtliche Versuche atlantischer Systeme, bei uns einen Fuß
in die Tür zu bekommen, erfolgreich ab.

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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Im Grundsatz verfolgen die an dieser Stelle üblicherweise auf dem Prüfstand
stehenden Globalmodelle (ICON, GFS, GEM, UK10) keine wirklich anderen Ziele. Die
Zeichen stehen klar auf Blockade, auch wenn jedes Modell seine individuellen
"Macken" hat. So lässt z.B. GFS schon am Montag einen klitzekleinen
Kaltlufttropfen (KLT) über die Nordhälfte zur Nordsee ziehen. UK10 präsentiert
uns am Dienstag/Mittwoch von Südosten her einen etwas größeren KLT. Ein
substanzieller Impact beispielsweise in Form von großartigen Niederschlägen geht
davon in beiden Fällen nicht aus.
In der erweiterten Mittelfrist tun sich die beiden nordamerikanischen Modelle
GFS und GEM schwerer als IFS, die nordosteuropäische Kaltluft anzuzapfen.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die Rauchfahnen verschiedener deutscher Städte von IFS-EPS zeigen bis weit in
die nächste Woche hinein einen vergleichsweise eng gebündelten Verlauf. Erst
nach hinten raus beginnen die Ensembles etwas stärker zu streuen, wobei sowohl
beim Potenzial 500 hPa als auch bei der Temperatur 850 hPa ein grundsätzlicher,
aber nicht besonders steiler Trend nach unten offeriert wird. Der Hauptlauf
(HRES) nimmt dabei eine Position im unteren Bereich der Kurvenscharen ein.
Auffallend sind die sehr geringen bis nicht vorhandenen Niederschlagssignale.
Zwar ist insbesondere im Westen (Referenz Essen) ein schwaches Grundrauschen zu
erkennen, das möglicherweise auf das Übergreifen abgehalfterter Tiefausläufer
hindeutet. Viel Niederschlag kommt dabei aber nicht heraus, wenn überhaupt.

Die heutige Clustergeschichte ist in einem einigen Satz erzählt. Alle drei
Zeiträume bis Ende nächster Woche (T+72...96h. T+120...168h, T+192...240h) werden mit
jeweils nur einem einzigen Cluster versehen, die alle dem Klimaregime
"Blockierung" zugeordnet sind.

FAZIT:
Nolens volens steuern wir straight ahead auf eine neuerliche, abermals
ereignisarme Blockierungslage mit Inversion und dem üblichen Grundschichtgedöns
zu. Das numerische Fundament - deterministisch und probabilistisch - ist breit
und fundiert aufgestellt, so dass keine Zweifel aufkommen können. Ob dann
Richtung übernächstes Wochenende nord- bzw. nordosteuropäische Kaltluft den Weg
zu uns findet, bleibt abzuwarten.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Es bedarf keiner näheren Erläuterung, dass auf dem Feld signifikanter
Wettererscheinungen aus dieser Lage nichts herauszuholen ist.
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Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-Mix mit IFS-EPS und Modellmix.
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Jens Hoffmann


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