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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 08.01.2026 um 10.30 UTC



Zu Beginn knackig-kalt, ab Montag von Südwest nach Nordost sukzessive milder,
dabei markante Lage mit Schnee und Glatteisgefahr. In der zweiten Wochenhälfte
dann Wetterberuhigung bei insgesamt vor allem im Westen sehr mildem
Temperaturniveau.
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Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 15.01.2026


Am Sonntag , zum Beginn des Mittelfristzeitraumes, liegt ein Höhenrücken über dem
Südwesten Europas, von dem aus sich ein weiterer Rücken bis nach Skandinavien
fortsetzt. Dieser stützt ein Hoch über Deutschland und Südskandinavien. Da sich
im Tagesverlauf ein umfangreiches Sturmtief vom Atlantik her nähert, bewegt sich
der Höhenrücken rasch nach Osten und das Bodenhoch zieht sich bis zum
Montagmorgen schon bis nach Südbayern zurück. Über dem östlichen Mitteleuropa
und Osteuropa liegt ein Langwellentrog, der vor allem niedertroposphärisch mit
sehr kalter Luft ausgestattet ist. Dieser zieht sich auch langsam nach Osten
zurück. Auch bei uns in Deutschland liegt niedertroposphärische Kaltluft mit
850-hPa-Temperaturen zwischen -12°C im Südosten bis -7°C im Nordwesten zur
Mittagszeit, wobei im Verlauf die Temperatur im Westen schon ansteigt. Unter
Hochdruckeinfluss herrscht überwiegend ruhiges Wetter mit schwachen umlaufenden
Winden. Gebietsweise ist es sonnig, teils herrscht Hochnebel und vereinzelt kann
etwas Schnee fallen. An den Alpen gibt es zu Beginn noch stärkeren Schneefall.
Die Temperatur liegt nachts gebietsweise im strengen Frostbereich, tagsüber
herrscht durchwegs Dauerfrost.

Am Montag schwenkt der Höhenrücken nach Deutschland herein, das Bodenhoch zieht
sich etwas nach Osten zurück und bildet eine meridionale Brücke von Afrika über
das östliche Mitteleuropa und Skandinavien bis in die Barentssee. Die erste
Okklusionsfront des Sturmsystems greift im Tagesverlauf auf den Westen
Deutschlands über. Damit kommen von Westen her Schneefälle auf, mit rascher
Milderung der niederen Troposphäre gehen diese bald in Regen über. Allerdings
wird trotz deutlich auflebenden Südwindes wohl die bodennahe Kaltluft nicht
überall ausgeräumt, so dass selbst tagsüber schon erhöhtes Glatteisrisiko
besteht. Im Vorfeld können aber durchaus regional auch 5 bis 10 cm Neuschnee
fallen. In der Nacht zum Dienstag kommen die Niederschläge nach Osten voran,
wobei dort die Regenphase immer weniger bedeutend sein wird. Dafür kann es
verbreitet kräftig schneien. Lediglich im Südosten besteht noch höheres
Glatteisrisiko.

Am Dienstag weitet sich über dem nahen Atlantik ein Langwellentrog weit nach
Süden aus, im Gegenzug weitet sich von Südwesten her ein weiterer Höhenrücken zu
uns aus, der seinen Vorgänger ersetzt. Das Bodenhoch zieht sich weiter nach
Osteuropa zurück. Wir liegen dann in einer südwestlichen Strömung mit bodennahem
Südwind, mit dem immer mildere Luft zu uns gelangt. Südwestlich der Elbe steigt
in 850 hPa die Temperatur auf über -2°C (mit +4°C im Südwesten) und es wird auch
bodennah deutlich milder. Im Nordosten bleibt es noch bei Dauerfrost. Eine
weitere vom Südosten bis zur Mitte ziehende Front bringt nur noch Regen. Auch
wenn der Frost teils noch im Boden steckt, sollt aufgrund der starken Milderung
Glatteis kein Thema sein. Allerdings kann nach Abzug der Front in der Nacht zum
Mittwoch bei Wolkenauflockerungen gefrierende Nässe ein Thema sein.

Am Mittwoch verabschiedet sich der Höhenrücken schon wieder allmählich nach
Osten und ein neuer Kurzwellentrog mit einer vorlaufenden Kaltfront greift über.
Diese bringt etwas Regen, aber erwärmte Polarluft, so dass keine markante
Abkühlung stattfindet. Ganz im Gegenteil, mit Winddrehung auf Südwest wird auch
im Nordosten der letzte Kaltluftrest ausgeräumt. Dort sowie im Südosten kann es
aber noch einmal Glatteis geben.

Am Donnerstag bildet sich in der südwestlichen Höhenströmung auf der Vorderseite
des atlantischen Troges ein neuer Rücken bei uns. Bei uns wird leichter
Zwischenhocheinfluss wetterwirksam und von Süden können die Wolken etwas
auflockern. Auch im trüben Norden bleibt es meist trocken und die Milderung
setzt sich fort.

Im weiteren Verlauf bleiben wir auf der Vorderseite des atlantischen Troges,
dann meist wieder in südlicher Strömung. Die niedertroposphärische Luftmasse ist
zwar mild, allerdings wird es in den östlichen Landesteilen teils wieder gering
bewölkt sein, so dass die Temperatur vor allem nachts wieder deutlich
zurückgeht. Im Westen bleibt es dagegen unbeständig und milder.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Der aktuelle Lauf des IFS zeigt bis nächsten Donnerstag grob die gleiche
Entwicklung wie seine beiden Vorgängerläufe, allerdings lohnt sich ein Blick in
die Details. So greift die erste Warmfront am Montag (eigentlich Okklusion) beim
jüngsten Lauf deutlich schneller auf Deutschland über und zieht bis zur Nacht
zum Dienstag schon bis in den Nordosten. Die gestrigen Läufe waren hierbei
langsamer, insbesondere der 12-UTC-Lauf. Das zeigt sich noch mehr bei der
zweiten Warmfront am Dienstag. Nach den gestrigen Läufen sollte sich da im
Nordosten noch einmal die Kaltluft regenerieren. Insbesondere die Kaltfront, die
der jüngste Lauf am Mittwoch zeigt, sollte bei den gestrigen Läufen nicht so
richtig in Gang kommen. Das Resultat der atlantischen Angriffe am Donnerstag ist
bei den beiden 00-UTC-Läufen das gleiche. Beim gestrigen 12-UTC-Lauf liegt
dagegen im Nordosten immer noch die Kaltluft.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Die heute vorliegenden deterministischen Globalmodelle zeigen im
Mittelfristzeitraum eine recht ähnliche Entwicklung. Allerdings geht der Angriff
der Warmluft von Südwesten und Westen in unterschiedlicher Geschwindigkeit
vonstatten. GFS ist dabei am forschesten, auch GEM ist recht forsch. IFS und
UKMO spielen eher so im Mittelfeld, während ICON am längsten braucht, um überall
die Kaltluft wieder auszuräumen, nämlich bis Donnerstag. Am markantesten dürfte
aber die erste Okklusion am Montag und in der Nacht zum Dienstag ausfallen,
insbesondere weil an dieser die stärksten Niederschläge gerechnet werden.
Diesbezüglich sind die Modelle sich auch einig. Allerdings wird das Timing doch
sehr unterschiedlich simuliert. So sieht UKMO den Niederschlag am Montagabend
schon über der östlichen Mitte, während dieser bei IFS gerade erst übergreift.
Bis Dienstagmorgen ist bei UKMO schon ein erstes starkes Schneefallgebiet über
den Nordosten gezogen, während bei den anderen Modellen die Front im Nordosten
kaputt geht. Nach den anderen Modellen soll sich eher ein
Niederschlagsschwerpunkt im Süden entwickeln mit hoher Glatteisgefahr.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Das IFS-EPS verteilt sich im Zeitraum von Dienstag bis Donnerstag auf fünf
verschiedene Cluster, die zum Donnerstag deutliche Unterschiede aufweisen und
teilweise bei uns mit Trögen, teils mit Rücken aufwarten. Die spannendere Frage
wird aber sein, ob sich die Kaltluft restlos vertreiben lässt oder nicht, da
gerade am Rande der Kaltluft das meiste markante Wetter zu erwarten ist. Hierbei
hilft ein Blick auf den Bodendruck. Daran kann man erkennen, dass bei den
Clustern 1 (16 Mitglieder, Kontrolllauf, Hauptlauf) und 3 (10 Mitglieder) der
Wind auf Südwest gedreht hat und damit die Milderung im Nordosten angekommen
sein sollte, wobei dies bei Cluster 1 sehr knapp ist und sich im Norden noch
Südostwind andeutet. Bei Cluster 4 (7 Mitglieder) hat der Wind auf West gedreht.
Cluster 2 (14 Mitglieder) lässt dagegen den Trog im Osten nicht abziehen und der
Wind weht noch in größeren Landesteilen aus Ost. Demnach würde es in größeren
Landesteilen noch kalt bleiben. Cluster 5 zeigt hingegen ein Hoch über
Osteuropa, so dass bei Südostwind ebenso ein Ausräumen der Kaltluft ausbleiben
würde. Nach diesem Szenario dürfte es in der Osthälfte bei Hochdruckeinfluss
tagsüber milder werden, aber weiter mit recht frostigen Nächten. Das Ensemble
verspricht also für den Osten und vor allem Nordosten weiterhin Unsicherheit.
Blicken wir in den Zeitraum ab Freitag, so fallen bei allen drei Clustern hohes
Potential über Fennoskandien auf (teils sehr weit im Norden) und Tröge knapp
westlich von uns. Damit liegt Mitteleuropa weiterhin in einem Bereich, in dem
milde Luft aus Südwesteuropa und kalte Luft aus Osteuropa zusammentreffen
können.

Die Rauchfahnen für verschiedene Städte Deutschlands zeigen überall einen
starken Geopotentialanstieg von Samstag bis Dienstag und dann ein recht
konstantes Niveau bei mäßiger Streuung. Auch bei den Temperaturen in 850 hPa
geht es rasch nach oben, wobei im Südwesten die Streuung etwas geringer ist und
der Anstieg deutlich schneller. Dort wird teilweise schon am Montagabend die
Nullgradmarke durchstoßen. Im Nordosten geht es langsamer und vor allem mit
größerer Unsicherheit. Die Mehrheit der Läufe pendelt sich ab Mittwoch um 0°C
sein, wobei es bis Donnerstag noch Ausreißer bis unter -10°C ab. Im Südwesten
gibt es kaum noch Ausreißer in den richtig kalten Bereich, wobei natürlich
festgestellt werden muss, dass es bei Hochdruckeinfluss durchaus bodennah noch
kalt bleiben kann. Auf jeden Fall gibt es aber ab Mitte nächste Woche keine
Anzeichen mehr für die Rückkehr hochreichend kalter arktischer Luftmassen.
Niederschlagssignale finden sich durchaus reichlich.

Die Rauchfahnen des GFS zeigen in allen Landesteilen bei der Mehrheit der
Ensembles einen noch schnelleren Anstieg der Temperaturen als beim IFS.
Allerdings gibt es einsame Einzelmitglieder, die immer noch im tiefwinterlichen
Bereich um -10°C in 850 hPa zu verbleiben. Vielleicht sind diese absichtlich so
programmiert, um winterlüsterne Meteorologen bei Laune zu halten.

Das Fazit: Das Ende des Winterwetters setzt sich nächste Woche peu à peu
nordostwärts durch. Dabei ist insbesondere zu Beginn der Woche eine markante
Schnee- und Glatteislage zu erwarten. Im Nordosten, Osten und Südosten besteht
die Möglichkeit, dass sich recht winterliche Witterung durchaus noch länger
hält, ggf. unter Hochdruckeinfluss in flacher bodennaher Schicht.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


EFI:
Der EFI zeigt zu Beginn der Mittelfrist ein starkes Kältesignal über großen
Teilen Deutschlands, insbesondere in den Küstennahen Regionen
Nordwestdeutschlands.

Ansonsten liefert der EFI im Wochenverlauf keine Signale mehr.

Schnee:
An den Alpen und im Schwarzwald gibt es am Sonntagvormittag noch Hinweise
seitens des IFS-EPS auf ein auslaufendes Schneefallereignis. Dabei sind
24-stündig an den Alpen 10 cm wahrscheinlich, im Allgäu und im Schwarzwald über
20 cm.

Am Montag und in der Nacht zum Dienstag sind von West nach Ost nach IFS-EPS
durchaus 5 bis 10 cm Neuschnee wahrscheinlich, mehr als 10 cm Neuschnee aber nur
an den Alpen. Da der Niederschlag aber oft innerhalb von 6 Stunden fallen soll,
kann es durchaus ein markantes Ereignis werden.

Glatteis:
Mit der ersten Front ist von Südwest nach Nordost nach den Schneefällen Glatteis
möglich. Vor allem im Südosten besteht auch Unwettergefahr. Im weiteren Verlauf
ist bei den Folgefronten vor allem im Nordosten und im Südosten wieder Glatteis
möglich, dann allerdings bei viel geringeren Niederschlagsintensitäten.
Aufpassen muss man zum Ende der Frostperiode auch wegen gefrierender Nässe, da
es bei Aufklaren am Abend bei noch nasser Straße sehr schnell glatt werden kann.


Sturm:
Signale für stürmische Böen zeigt das IFS-EPS am Montag, Mittwoch und Donnerstag
im Nordseebereich (oftmals ablandig), am Montag auch im westlichen Bergland.
Ansonsten spielt Wind in der Mittelfrist nicht die größte Rolle.
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Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-MIX, IFS-EPS
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VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Peter Hartmann


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