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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 17.01.2019 um 10.30 UTC



Kaltes Hochdruckwetter, kaum Niederschläge. Im Osten und Süden zunehmend
Dauerfrost.
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Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 24.01.2019


Am kommenden Sonntag, dem Beginn der heutigen Mittelfrist, steht einem
atlantischen Rücken über den Azoren ein breiter Trogkomplex über Europa
gegenüber. Die häufig als "first guess" mit der Frontalzone gekoppelte 552 gpdm
Isohypse verläuft dabei vom Seegebiet westlich von Irland über die Balearen und
das Ionische Meer hinweg, um dann wieder nordwärts zum Schwarzen Meer
abzubiegen. Damit wird ersichtlich, dass die Frontalzone (für die Wintermonate
typisch und endlich auch mal vorhanden) weit nach Süden ausweicht. Deutschland
ist damit in 500 hPa von Temperaturen knapp unterhalb der -30 Grad Marke
geflutet. Ein flacher Keil "bohrt" sich dabei von den Britischen Inseln über die
Nordsee bis zur Norwegischen See und stützt ein flaches, kaum wahrnehmbares Hoch
über Nordostdeutschland. Vielmehr handelt es sich dabei um die Relikte der
Hochdruckbrücke zwischen dem kräftigen Azorenhoch und einem nicht ganz so stark
ausgeprägten Hoch über der Ukraine. Sei's drum, letztlich ist in einer schwachen
bodennahen östlichen Strömung eine mäßig kalte und recht trockene
Kontinentalluft (T850 hPa um -5 Grad) wetterwirksam mit viel Sonnenschein vor
allem über der Mitte des Landes. Ein Tief über Frankreich, das an einen flachen
Kurzwellentrog in der Höhe gekoppelt ist, sorgt von der Mosel bis nach Schwaben
für leichte Aufgleitschneefälle. Bei 1 bis 3 cm, in Staulagen des Schwarzwaldes
und der Alb bis 5 cm sollte aber schon Schluss sein. Die Höchsttemperaturen
liegen verbreitet bei Werten um den Gefrierpunkt, vom Niederrhein bis zur Küste
bei maximal 4 Grad.

Am Montag ändert sich an den grundlegenden Zirkulationsmustern kaum etwas.
Vielfach ist schwacher Hochdruckeinfluss wetterwirksam. Über dem Löwengolf
bleibt der Kurwellentrog in der Höhe stationär, womit über Ostfrankreich und der
Schweiz bis nach Südwestdeutschland hinein immer noch schwache Aufgleitprozesse
wirksam sind (bodennah Nordost gegen südliche Winde in der Höhe). Signifikante
Neuschneemengen sind damit aber kaum verbunden. Das Temperaturniveau bleibt
winterlich. Im Osten und Süden herrscht teils leichter Dauerfrost. Bei Aufklaren
muss in den Nächten verbreitet mit mäßigen, über Schnee auch mit strengen
Frösten unter -10 Grad gerechnet werden.

Am Dienstag tropft von Island ein neues Höhentief Richtung Biskaya ab. Die damit
verbunden Niederschläge sind aufgrund der bodennahen trockenen Ostströmung im
Vorfeld recht stark auf die unmittelbare Nähe zum Tief begrenzt, zumal auch in
der Höhe kaum präfrontale WLA wetterwirksam ist. Dadurch bleibt die blockierende
Wetterlage (wenn auch ohne fettem Hoch über Skandinavien) erhalten.
Gleichzeitiger Potentialanstieg über Südfrankreich lässt die schwachen
Schneefälle im Südwesten abklingen. Aus dem ehemaligen Kurzwellentrog über dem
Löwengolf ist in der Zwischenzeit aber auch ein eigenes Cut-Off Tief über
Italien entstanden, das vorderseitige Aufgleitniederschläge unter Einbeziehung
warmer Mittelmeerluft hervorruft. Dabei ist noch unklar, ob sich diese auch bis
ins Berchtesgadener Land oder gar noch weiter nördlich ausweiten. Sonst bleibt
der teils wolkige, zeitweise aber auch freundliche und winterlich kalte
Wettercharakter bestehen.

Am Mittwoch und Donnerstag wird der Trog über dem westlichen und zentralen
Mittelmeer durch einen erneuten Abtropfvorgang ausgehend von den Britischen
Inseln südwärts regeneriert. Dadurch etabliert sich im Bereich der Balearen ein
umfangreiches Zentraltief dem hoher Luftdruck zwischen Island und Schottland
gegenübersteht. In der resultierenden nordöstlichen Grundströmung dieser
High-over-Low Lage hält die Advektion trocken-kalter Festlandluft an (T850 hPa
Rückgang sukzessive auf -10 Grad). Auch wenn großräumig keine signifikanten
synoptisch-skaligen Hebungsvorgänge auszumachen sind (vielfach trockenes
Winterwetter), können trotzdem schwache WLA Felder von Österreich und Tschechien
im Grenzbereich immer mal wieder schwache Schneefälle hervorrufen. Zugleich muss
man bei der Anströmungsrichtung Lakeeffekte an der Ostsee im Auge behalten, die
mit Wassertemperaturen von immerhin noch 3 bis 5 Grad einiges an diabatischem
Wärmeaustausch zu bieten hat. Passend dazu gehen die Temperaturen auch im 500
hPa Niveau auf -35 Grad zurück (macht 40K zwischen Boden und 5 km = labile
Schichtung).
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Bezüglich der Konsistenz lassen sich im Vergleich zur gestrigen
Mittelfristübersicht ähnliche Zusammenhänge feststellen. Obschon teilweise
gravierende Unterschiede in den absoluten Druckwerten sowie in der Konturierung
der Höhenströmung festzustellen sind, halten sich die Auswirkungen auf die
Wetterabläufe hierzulande in Grenzen. An der winterlich geprägten und eher
hochdruckbehafteten Wetterlage bestehen jedenfalls keine großen Zweifel. Die
Tendenz geht allerdings aktuell zu einer größeren Betonung etwaiger
Aufgleitoptionen aus Südosten Mitte nächster Woche.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Im Großen und Ganzen konform, im Detail aber mit Unterschieden. Was auf die
Konsistenzbetrachtung zutrifft, spiegelt sich auch im Vergleich mit anderen
Modellen wieder. Bereits am Montag kommt es zu markanten Unterschieden beim GFS,
das den Trog nicht über Südfrankreich, sondern über Westdeutschland rechnet.
Stärkere Schneefälle im gesamten Westen und Süden (entlang von Rhein und Mosel
teils Regen) wären die Folge. Eine derartige Ausdehnung ist aber
unwahrscheinlich. Am Dienstag und Mittwoch sind die gängigen Globalmodelle dann
in Bezug auf Deutschland wieder weitgehend unisono.
In der erweiterten Mittelfrist sieht einzig das GEM eine rasche Zonalisierung
und Milderung aus Nordwesten, ICON deutet es beim Endzeitpunkt +180h (nächste
Woche Do) zumindest in Ansätzen an.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die Rauchfahnen zeigen bis Mitte nächster Woche ein weitgehend gebündeltes
Verhalten mit gleichgearteten Verläufen in Geopotential und 850 hPa Temperatur
von Haupt- und Kontrolllauf. Dabei sind landesweit die oben beschriebenen
Tendenzen (T850hPa Abfall von -5 auf -10 Grad sowie Geopotentialabfall von 540
auf 520 gpdm) zu beobachten.

Zum Ende der Mittelfrist nehmen die Niederschlagssignale allmählich zu, bleiben
aber durchweg bei nur schwachen Intensitäten.

In der erweiterten Mittelfrist finden sich Haupt- und Kontrolllauf mit
Temperaturen bis -15 Grad zwar am unteren Ende der Memberschar wieder, finden
aber noch Mehrheiten von 10-30% aller Member und sind somit keine
Außenseiterlösungen. Von daher kann man auch in der zweiten Wochenhälfte von
einer Fortsetzung des Winterwetters ausgehen, wobei dann auch im Norden und
Westen Dauerfrost zunehmend ein Thema wird. Flächendeckende signifikante
Schneefälle sind dabei fürs Erste aber unwahrscheinlich (Tendenz geht also zu
Kahlfrost).

Tiefergehende Erkenntnisse liefert auch die Clusterung keine. Die 5 gebildeten
Cluster im Zeitraum 120-168h arbeiten sich vor allem an der Positionierung und
Deformierung des abtropfenden Troges von den Britischen Inseln ins westliche
Mittelmeer ab, ohne signifikante Unterschiede auf den Wetterablauf in
Deutschland heraufzubeschwören.

In der erweiterten Mittelfrist sieht der Mehrheit der Cluster ebenfalls den
(wackligen) Fortbestand des überwiegend antizyklonal geprägten Winterwetters.
Durch die wenig manifestierte Position und nur schwache Ausprägung des Hochs
über Nordeuropa ist ein südwärtiges Durchrutschen der Keilachse mit Winddrehung
und Milderung aus Nordwesten aber nicht auszuschließen.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Wettertechnisch turbulent dürfte es mit dem massiven Cut-Off über dem westlichen
Mittelmeer vor allem über der Iberischen Halbinsel, den Balearen bis nach
Italien zugehen. Dabei stehen laut EFI-Signalen voraussichtliche Schneefälle
samt Verwehungen im spanischen Bergland, schwere Sturmböen von der Iberischen
Halbinsel bis zur nordafrikanischen Küste, sowie gebietsweise gewittrige
Starkregenfälle zwischen Korsika/Sardinien und der Adria auf der Karte.

Hierzulande sind keine markanten Wettererscheinungen zu erwarten. Lediglich der
sich einstellende Dauerfrost (zunächst bevorzugt im Osten und Süden, später
immer mehr auch im Norden und Westen) ist erwähnenswert. In den Nächten muss
verbreitet mit mäßigen Frösten, bei Aufklaren über Schnee mit strengen Frösten
gerechnet werden. Die zunehmend (dünne) Vereisung flacherer, kleiner Seen in
Ost- und Süddeutschland ist infolge der Dauerfrostperiode bis Ende nächster
Woche zu erwarten.
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Basis für Mittelfristvorhersage
EZ, EZ-EPS, Mos-Mix
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Robert Hausen


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