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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Samstag, den 03.01.2026 um 10.30 UTC Winterlich, teils strenger Frost, zeit- und gebietsweise Schneefälle. Zum Ende der Woche möglicher Durchzug eines (Sturm-)Tiefs und Milderung. __________________________________________________________ Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 10.01.2026 Fazit vorweg: Es bleibt zunächst winterlich mit Dauerfrost, teils strengem Frost und zeit- und gebietsweisen Schneefällen. Zum Ende der Woche wird es milder. Ob, wann und wo dann ein Tief (oder gar Sturmtief) über uns hinweg zieht, ist unsicher. Mit obigem Fazit ist eigentlich alles gesagt. Die Modelle gehen in ihren Prognosen weit auseinander. Auch zwischen den einzelnen Modelläufen gibt es große Unterschiede. Vor allem das Sturmtief am Ende der Woche bereitet Schwierigkeiten: Lage, Timing und Intensität sind unsicher. Wagen wir uns dennoch an einen Darstellungsversuch der Details anhand des aktuellen IFS-Laufs. Der erste Tag der Mittelfrist (Dienstag) wartet mit steigendem Luftdruck am Boden aus Süden auf. Über weiten Teilen Nordeuropas erstreckt sich eine Tiefdruckzone, die mit kleinen Ablegern auch Dänemark und den äußersten Norden Deutschlands erfasst. In der Höhe reicht ein Trog von Nordskandinavien bis nach Spanien, dessen Achse sich im Tagesverlauf langsam ostwärts über uns schiebt. Er ist gefüllt mit Kaltluft, die aber recht trocken und daher wetterunwirksam ist. Lediglich im Norden, rund um das kleinräumige Tief über Schleswig-Holstein und Dänemark, kommt es zu Schneefällen, die schauerartig sein können und vielleicht auch noch Bitz und Donner hervorbringen. Im übrigen Bundesgebiet ist es weitgehend niederschlagsfrei, gebietsweise schaut auch die Sonne hervor. Hier und da lässt sich allerdings etwas Schneegriesel aus tiefen Wolken nicht ganz ausschließen. Tagsüber gibt es meist Dauerfrost, nur im äußersten Westen und Norden ist es mit bis +1 Grad knapp frostfrei. Je klarer der Himmel, umso kälter die Nächte: Im Süden sowie im Bergland droht in der Nacht zum Mittwoch strenger Frost unter -10 Grad, am wärmsten ist es direkt an der Nordsee mit Minima knapp unter 0 Grad. Dazwischen muss man sich warm anziehen bei -3 bis -10 Grad. Das Sahnestück der Woche für alle Sonnenfetischisten ist der Mittwoch. Rückseitig der Trogachse lockern die Wolken unter Hochdruckeinfluss gut auf. Leider hält die Sonnenfreude im Westen und Nordwesten nicht allzulang, denn auf der Vorderseite eines Tiefs über der Nordsee wird schon wieder feuchte und somit wolkenreiche Luft ins Land geführt. Da die Temperatur trotz Südwestwind keine großen Sprünge macht (-5 Grad in 850 hPa im Westen) fällt in genannten Gebieten Schnee. Aber für einige ist ja auch das eine Freude. In der Nacht zum Donnerstag verlagert sich das Schneefallgebiet langsam südostwärts, bringt aber voraussichtlich nur wenige Zentimeter, wenn überhaupt. Aus dem Dauerfrost kommen wir nur lokal heraus, in den meisten Regionen liegen die Maxima unter -2 Grad. In der Nacht liegen die Minima meist unter -6, im Süden weiterhin unter -10 Grad. Am Donnerstag selbst greift von Westen her eine Warmfront auf uns über. Sie gehört zum Tief über der Nordsee oder einem Tief bei den Britischen Inseln (ich hatte geschrieben es ist unsicher!). In 850 hPa steigt die Temperatur bis zum Abend auf -1 Grad im Westen und -6 Grad im Osten. Der Dauerfrost endet in den westlichen Regionen, der Osten friert weiter. Die Nacht zum Freitag ist aber schon weniger kalt. Wie bei Warmfronten so üblich, macht sich allerdings Niederschlag breit und das meist in Form von Schnee oder Schneeregen mit entsprechender Glätte. In der Nacht zum Freitag formiert sich aus dem Tiefdruckkonglomerat zwischen Irland und Südnorwegen ein kräftiges Tiefdruckgebiet, dessen Zentrum über dem Süden Großbritanniens gerechnet wird. Es zieht nach aktuellem IFS-Lauf in affenartiger Geschwindigkeit (knapp 700 km in 12 Stunden) ostwärts und in der zweiten Tageshälfte des Freitags über die Nordhälfte Deutschlands hinweg. In der Nacht zum Samstag liegt es bereits über Polen. Der Kerndruck soll bei etwa 977 hPa liegen. Der Druckgradient beträgt bis zu 20 hPa auf 300 km. Vorderseitig des Tiefs wird warme (+3 Grad in 850 hPa), rückseitig wieder kältere (-5 Grad in 850 hPa) Luft zu uns geführt. In den meiste Regionen endet nun der Dauerfrost. Der Freitag eignet sich nach IFS (und auch UK10) zum zu Hause bleiben. Es schneit, regnet, friert und am Südrand des Tiefs wird es stellenweise stürmisch. Anders sieht es bei ICON und GFS aus. Da wird das Tief südwärts abgelenkt Richtung Frankreich (ICON) oder spaltet sich in einen Dipol mit Zentrum über dem Nordatlantik (GFS). Niederschlag und Wind kommen deutlich abgeschwächt und später (Samstag) zu uns. Der Samstag bietet nach IFS noch Reste des nur langsam weiter ostwärts ziehenden Tiefs, aber aus Südwesten auch langsam steigendes Geopotenzial, das in der Nacht bereits seinen Zenit wieder überschreitet. Am Sonntag folgt aus Westen die nächste Warmfront eines Tiefs, das sich vom Atlantik zu den Britischen Inseln verlagert. Dann steigt die Temperatur wieder etwas an, nur um am Montag mit der nachfolgenden Kaltfront wieder zurückzugehen. Dauerfrost ist kein Thema mehr, im Westen und Südwesten wird es mit über +5 Grad tagsüber sogar vergleichsweise mild. Nur in den Nächten gibt es leichten, stellenweise auch mäßigen Frost. __________________________________________________________ Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs Die Konsistenz zwischen den IFS-Läufen beschränkt sich auf die Veränderung des Wetters. Es wird nach Wochenmitte weniger kalt und zum Ende der Woche zieht ein Sturmtief aus Westen herein. Wie stark die Milderung ist und wo das Tief lang zieht, ist jedoch offen. Auch die Verteilung möglicher Niederschläge ist nicht eindeutig. Hinter dem Tief soll sich nach aktuellem Trend vorübergehend wieder kalte Luft durchsetzen. __________________________________________________________ Vergleich mit anderen globalen Modellen Im Vergleich mit anderen Modellen ergibt sich keine größere Konsistenz. GFS und ICON lassen die Milderung deutlich geringer ausfallen und später eintreten. Ein (Sturm-)Tief Ende der Woche sehen alle, allerdings ist nicht klar, ob und wann das Tief über uns hinweg zieht. __________________________________________________________ Bewertung der Ensemblevorhersagen Die Clusteranalyse bietet im ersten Zeitschritt keine Überraschung. Zeitschritt zwei (Donnerstag bis Samstag) bietet drei Lösungen mit mehrheitlich NAO negativem Wetterregime in Cluster eins (enthält auch Haupt- und Kontrolllauf) und zwei. Cluster drei (immerhin noch 11 Member) schwenkt von atlantischem Rücken (Donnerstag) auf NAO+ (Freitag) und NAO- (Samstag) und simuliert bei uns einen, wenn auch flachen, Rücken. Damit wird das (Sturm-)Tief weiter nördlich ostwärts geführt und beeinflusst uns (zunächst) nur peripher. Zeitschritt drei (Sonntag bis Dienstag) liefert wieder zwei Lösungen, wobei die erste der Beschreibung im Haupttext entspricht. Die zweite Lösung hingegen simuliert bei atlantischem Rücken eine Trogentwicklung über Mitteleuropa, ausgehend vom Tief über Südskandinavien. Sicherheit liefern die Ensembles nur dahingehend, dass es temperaturtechnisch eher winterlich bleibt und Richtung Wochenende auch wieder mehr Niederschläge gibt. Wann und wo genau bleibt offen. Die Wind-Ensembles liefern Modellübergreifend zum Ende der Woche einen leichten Anstieg im Süden Deutschlands, nach großer Sturmlage sieht es aber eher nicht aus. _________________________________________________________ Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen Der EFI liefert Signale für unterdurchschnittlich temperiertes Wetter. Allerdings springt der SOT nicht an. Es ist zwar kalt, aber von extrem doch noch entfernt. Sonst gibt es keine Signale für ungewöhnliches Wetter, auch der Wind an den Küsten erzeugt keine Ausschläge. Ob und inwiefern das im IFS-Hauptlauf prognostizierte Sturmtief am Freitag daran etwas ändern könnte, bleibt abzuwarten. ________________________________________________________ Basis für Mittelfristvorhersage MOS-Mix, IFS-EPS ________________________________________________________ VBZ Offenbach / Dipl. Met. Jacqueline Kernn |
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