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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Montag, den 09.03.2026 um 10.30 UTC Zyklonal mit Zufuhr von Meereskaltluft. Abkühlung. __________________________________________________________ Synoptische Entwicklung bis zum Montag, den 16.03.2026 Am Donnerstag hat die zyklonale Aktivität auf dem Atlantik stark zugenommen und erreicht mit einem Orkantief von knapp über 950 hPa im isländischen Raum einen Höhepunkt. Auf seiner Südostflanke wölbt sich infolge von Warmluftadvektion über Mitteleuropa ein flacher Höhenrücken auf, der für Deutschland kurzen Zwischenhocheinfluss bringt. In der westlichen Strömung wird ein Tiefausläufer dabei nach Osten abgedrängt, die Ausläufer des Orkantiefs folgen abends und in der Nacht zum Freitag. Die einfließende erwärmte Meeresluft kommt etwas zur Ruhe, die sehr milden Tageswerte der Vortage werden nicht mehr erreicht. 15°C sind es in einigen Regionen aber immer noch und damit ziemlich viel für die Jahreszeit. Mit dem okkludierenden Frontensystem des Islandtiefs frischt der Südwestwind exponiert im Bergland und an der Nordsee abends und in der Nacht zum Freitag stürmisch auf. Am Freitag kommt es durch starke Kaltluftadvektion über Nordwesteuropa zu einer Austrogung, der deren Vorderseite uns die Tiefausläufer wahrscheinlich eher zögernd, schleifend und vielleicht unter Wellenbildung nach Osten überqueren. Gebietsweise regnet es dabei und der Südwest-, später vorübergehend Westwind frischt stark bis stürmisch auf. Im höheren Bergland und an der Nordsee mit Sturmböen. Postfrontal folgt ein Schwall frischer Meereskaltluft, in der die 850 hPa Temperatur bis -5°C zurückgeht, und mit dem nachts folgenden Trog wird die Schichtung bei -35°C in 500 hPa labilisiert. Einzelne Gewitter sowie Schauer, teils als Graupel und Schnee sind vor allem im Bergland möglich. Am Samstag wird die weitere Progression des Troges durch einen Höhenrücken über Osteuropa aufgehalten. Vor einem, über dem Atlantik südlicher ansetzenden, neuen Sturmtief wölbt sich über Westeuropa ein Keil auf, der zur Verkürzung der Wellenlänge unseres Troges und dessen Ausweiten ins Mittelmeer führt. Bei instabiler Sichtung unter dem Trog über Mitteleuropa treten Schauer, vereinzelte Gewitter auf und die Niederschläge fallen bei etwas unter 0°C in 850 hPa im höheren Bergland zumindest teilweise als Schnee. Der Druckgradient ist schon in der Vornacht aufgefächert, sodass auch tagsüber der Wind nicht viel hergibt. Die Temperaturen liegen tagsüber bei etwa +10°C, in den Nächten gibt es vor allem im Bergland leichten Frost. Die Ausläufer des nächsten Tiefs können uns am Sonntag überqueren, erneut mit stark auffrischendem Wind und verbreitetem Regen. Dahinter deutet sich zur Ende der Mittelefrist am nächsten Montag wieder eine Troglage an mit Meereskaltluft und weiteren Niederschlägen, die im Bergland wieder zunehmend als Schnee fallen können. Für die erweiterte Mittelfrist deutet sich eine gewisse Wetterberuhigung an, die Entwicklung wird aber sehr unsicher. __________________________________________________________ Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs Die Konsistenz des europäischen Modells IFS ist lediglich in den ersten Tagen der Mittelfrist gut, sie schwächelt rasch zum nächsten Wochenende. Die genauen Abläufe, Phase und Amplitude der kurzen Wellen, sind sehr unsicher. Eine Austrogung am Wochenende wurde in den Vorläufen noch über Westeuropa gesehen, jetzt soll sie am Samstag über uns liegen und rasch vom nächsten Trogvorstoß ersetzt werden, den es in den Vorläufen nicht gab. Recht sicher wird es insgesamt zyklonal und damit wechselhafter wobei in mehreren Schüben kalte Meeresluft zu uns gelangen kann, verbunden mit zurückgehenden (Tages)Temperaturen. __________________________________________________________ Vergleich mit anderen globalen Modellen Die anderen Modelle, GFS, ICON und UKMO fahren lediglich am Donnerstag und Freitag eine ähnliche Schiene wie der aktuelle Lauf der Europäer. Danach scheiden sich die Geister, wobei auffällt, dass die anderen Modelle die gestrigen Lösungen des IFS stützen mit einer Trogvorderseite am Samstag und der Schleifzone einer wellenden Kaltfront über Deutschland. Aber auch wenn die Abläufe weiter fraglich bleiben, wird der zyklonale Charakter und die schubweise Advektion von Meereskaltluft nicht in Frage gestellt. Ein "Comeback des Winters" zumindest im höheren Bergland wäre möglich. __________________________________________________________ Bewertung der Ensemblevorhersagen Die Rauchfahnen diverser deutscher Städte stützen die oben getroffenen Grundaussagen, zeigen aber auch die Unsicherheiten. Die Kurven fangen schon ab Samstag stark an zu streuen (500 Geopot. mehr als T 850). Es gibt dabei immer wieder Niederschlagssignale bei alles in allem sinkendem Temperaturniveau. Die Clusterung zeigt bis +96h 4, dann bis +168h 5 Cluster, die fast ausschließlich ins NAO+ gruppiert werden. Der Controlllauf liegt jeweils in Cluster 1, wobei das wenigstens im Hauptmittelfristzeitraum etwas verwundert, da hier das repräsentative Member ziemlich anders aussieht. Die Amplitude der Wellen nimmt mittelfristig insgesamt zu, entsprechend geht der Trend eher zu meridionalen Lagen, Stichwort: mögliche Troglagen. In der erweiterten Mittelfrist tauchen viele Blockinglösungen auf, allerdings mit breitem Lösungsspektrum was die Strömung über Europa angeht. _________________________________________________________ Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen Der Wind frischt zunächst in der Nacht zum Freitag und am Freitag mit der Passage einer Kaltfront von Nordwesten her stark bis stürmisch auf. Vor allem an der Nordsee, im Bergland sind Sturmböen aus Südwest bis West möglich. Fast eine Wiederholung der Ereignisse wäre am Sonntag möglich. ________________________________________________________ Basis für Mittelfristvorhersage Mos Mix, IFS und EPS ________________________________________________________ VBZ Offenbach / Dipl. Met. Bernd Zeuschner |
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