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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 10.01.2026 um 10.30 UTC



Deutliche Milderung. Vielfach trüb und örtlich etwas Regen oder Sprühregen, im
Osten und Süden anfangs noch gefrierend mit Glatteisbildung.
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Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 17.01.2026


Am kommenden Dienstag wird sich die knackig kalte Winterluft nahezu vollständig
aus Deutschland verabschiedet haben. Die erste Warmfrontstaffel, die nur noch
sehr zögernd bis gar nicht ostwärts vorankommt, hat die Oder bereits ostwärts
passiert. Im Vorfeld einer Tiefdruckgirlande, die sich vom Nordmeer über die
Britischen Inseln bis zur Iberischen Halbinsel erstreckt, hat sich mit einer
südlichen (oberhalb der Grenzschicht südwest- bis westlichen) Strömung deutlich
mildere Luft aus dem westlichen Mittelmeerraum durchgesetzt. Eine zweite
(deutlich schwächere) Warmfrontstaffel schließt sich über Benelux bis nach
Westdeutschland an und schenkt nordostwärts. Dadurch wird in der Höhe unter
anderem auch der Rücken über Mitteleuropa gestützt und die Niederschläge fallen
entsprechen schwach und spärlich aus. So wird es vielerorts ein trüber Tag, im
Westen und Südwesten bei milden 6 bis 11 Grad, am Alpenrand wird es leicht
föhnig.
Da der Gradient aber nicht sonderlich stark ausgeprägt ist, dauert es mit einer
durchgreifenden Milderung bei noch stärkerem Südosteinschlag des Windes von der
unteren Donau bis zur Ostsee noch etwas länger und gebietsweise kann der Regen
noch gefrierend sein. Tagsüber bleibt bei dahinsiechendem Schnee in diesen
Regionen teils anhaltend neblig trüb bei -1 bis +4 Grad maximal.

Am Mittwoch schwenkt der Rücken ostwärts ab und wir geraten noch näher an die
Vorderseite des Westeuropatroges heran. In die südwestliche Höhenströmung ist
ein leicht wellendes Frontensystem eingebettet, das von Westen auf Deutschland
übergreift. Dessen Intensität und Ausgreifen südostwärts ist noch mit größeren
Unsicherheiten behaftet. Sollte sich die Kaltluftschicht über Schneeresten bei
nächtlichen Auflockerungen von Vorpommern über das Zittauer Gebirge bis nach
Niederbayern und zum Alpenrand nochmal regenerieren können, sind örtlich
nochmals "Schweinereien" in punkto Glatteisbildung denkbar. Eine überregionale
Glatteislage droht aber aller Voraussicht nach nicht mehr.

Am Donnerstag schwenkt der Trog unter Abschwächung nordostwärts durch und die
südwestliche Strömung bekommt vorübergehend einen stärkeren antizyklonalen
Touch. Gleichzeitig stößt ein kräftiger Randtrog vom Atlantik Richtung Biskaya
vor. In der gealterten Mittelmeerluft mit T850 um 0°C über uns bleiben
Auflockerungen bei allenfalls mäßigen südlichen bodennahen Winden selten. Am
ehesten kann der Süden profitieren sowie die Nordränder der Mittelgebirge. Regen
fällt nur noch vereinzelt und am ehesten im Norden und Westen. Ohne
Auflockerungen bleiben selbst die Nächte im Süden und Osten frostfrei.

Bis zum Wochenende ändert sich an der beschriebenen Wetterlage wenig bis nichts.

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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die Konsistenz der vergangenen 3-4 Läufe ist relativ hoch. Unsicherheiten
betreffen vor allem die Intensität der Randtiefs über Westeuropa, deren
Auswirkungen auf Deutschland überschaubar sind (Intensität der Regenfälle im
Nordwesten, Windentwicklung an der Nordsee).
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Bis auf kleinere Unschärfen beim Timing und der Intensität der meist schwachen
Tiefausläufer aus Westen bestehen keine wesentlichen Unterschiede hinsichtlich
der Wetterentwicklung in der kommenden Woche untereinander. Einzig das UK10
wartet mit einer kleinen Besonderheit auf, die den Trog bei dessen Passage über
uns amplifizieren lässt und somit nebst intensivierenden Randtiefs und
Windentwicklung auch eine kurzzeitige Rückseite mit T850 bis -4°C in der Nacht
zum Donnerstag bei uns einfließ0en lässt. Kaum mehr als eine Außenseiterlösung.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


RAUCHFAHNEN:
Sind gut gebündelt und zeigen eine deutliche Erwärmung auf T850 um oder etwas
über 0°C im Deutschlandmittel bei wiederholten Niederschlagssignalen vor allem
in der Nordwesthälfte.

CLUSTER:
1 Cluster im Mittelfristzeitraum, das den Hauptlauf stützt. Noch Fragen?

FAZIT:
Besiegelte Sachen: Es heißt (vorläufigen) Abschied vom Winter zu nehmen. Bei
einer auf Süd drehenden Strömung mit Frontenfriedhof dicht östlich von uns
vollzieht sich zum Wochenanfang eine deutliche Milderung. Dabei bleibt es auch
aufgrund des langsam tauenden Schnees vielfach neblig-trüb und örtlich fällt
etwas Regen oder Sprühregen, im Osten und Süden anfangs teils noch gefrierend.
Bei Übergang in die erweiterte Mittelfrist und gleichzeitig dritte Januardekade
verdichten sich die Anzeichen eines erhöhten Sturmpotential.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


GLATTEIS (UNWETTER):
Am Dienstag von Vorpommern die Oder und Neiße entlang über das Erzgebirge bis
nach Niederbayern örtlich noch gefrierender Regen mit Glatteisbildung
(UNWETTER), im Tagesverlauf nur zögernde Milderung.

Am Mittwoch nur noch an exponierten Stellen in Vorpommern, im Zittauer Gebirge
und in Teilen Niederbayerns stellenweise noch gefrierender Regen möglich.

STURM:
Auf den Inseln reicht es wahrscheinlich bis Samstag noch nicht für Sturmböen, am
ehesten auf den Bergen. Exponiert, wie auf dem Brocken, kommt es zeitweise auch
zu schweren Sturmböen (Bft 10) aus Süd bis Südwest.
In den Clustern häufen sich beim Übergang in die erweiterte Mittelfrist die
Anzeichen für ein Sturmevent. Der EFI reagiert darauf noch nicht.

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Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-EPS, AIFS, AICON, Mos-Mix
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Robert Hausen


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