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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Dienstag, den 06.01.2026 um 10.30 UTC



Am Freitag Sturmtief mit starken Schneefällen und Verwehungen im Norden,
Glatteisgefahr im Südosten. Unwettergefahr.
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Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 13.01.2026


Am Freitag überdeckt ein Höhentrog große Teile Nordwest- und Nordeuropas. Die
Frontalzone verläuft weit im Süden über das Mittelmeer nach Osten. Geknüpft an
einen Trog mit Höhentief zieht ein Sturmtief von den Niederlanden über die
nördliche Mitte Deutschlands Richtung Sachsen und schwächt sich dabei ab.
Während sich im Norden sehr kalte Luft hält, bzw. deren Zufuhr sich teilweise
noch verstärkt, wird in die anderen Landesteile vorübergehend ein Schwall milder
Meeresluft geführt. Am Oberrhein sind bis +10°C drin, während es im Nordosten
gebietsweise bei Dauerfrost bleibt. Vor allem im Südwesten, im Bergland
allgemein und im Norden kommt es dabei zu teils schweren Sturmböen. Dazu kommen
Niederschläge auf, die über der Mitte und dem Süden von Schnee in Regen
übergehen, zum Teil mit vorübergehender Glatteisgefahr. Im Norden bleibt es bei
teils kräftigen Schneefällen, die durch den stürmischen Ostwind verweht werden
können. Schneeverwehungen sind auch in Teilen des Berglandes zu erwarten.
Am Samstag zieht das Tief unter weiterer Abschwächung über Tschechien ab. Auf
der Rückseite dreht die Strömung auf nördliche bis nordöstliche Richtung und die
kalte Arktikluft breitet sich bis Süddeutschland aus. Die Niederschläge gehen in
Schnee über, lassen aber im Norden und Nordwesten nach. Ansonsten schneit es
gebietsweise schauerartig und vor allem im Bergland teilweise kräftig. Auch an
den Küsten sind Schneeschauer dabei.
Am Sonntag verschiebt sich eine Hochdruckzone von West- nach Mitteleuropa und
bildet bei uns einen Schwerpunkt aus. Die sehr kalte Luft kommt unter
Hochdruckeinfluss und das Wetter beruhigt sich. Im Osten und Süden sind
Schneefälle oder Schneeschauer möglich, die aber nachlassen. Nach teils strengem
Nachtfrost, steigen die Werte wohl nur im Westen und Südwesten etwas über den
Gefrierpunkt.
Am Montag und Dienstag zieht sich die Hochdruckzone ins östliche Mitteleuropa
zurück und von Frankreich und Benelux her können Tiefausläufer in abgeschwächter
Form auf West- und Südwestdeutschland übergreifen. Sie bringen dort leichte
Niederschläge, teils als Schnee oder gefrierender Regen und eine leichte
Milderung. Sonst stellt sich trockenkaltes Wetter, teils mit Dauerfrost und
strengen Nachtfrösten ein.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die Konsistenz des europäischen Modells ist nicht berauschend. Die letzten Läufe
haben die Zugbahn des Sturms etwas nach Norden (von den Niederlanden in Richtung
Erzgebirge) verschoben und die Abläufe verlangsamt. Die Sprünge sind aber nicht
exorbitant. Dafür wird jetzt ab Sontag ganz anders simuliert. Zumindest im
Hauptlauf sind die Tiefausläufer und die Milderung von Westen vom Tisch. Nicht
nur für die Sturmlage, auch nach "hinten raus" treten einige Unsicherheiten zu
Tage.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Die anderen Globalmodelle, ICON, UKMO, GFS, ziehen was die Sturmlage angeht,
einigermaßen an einem Strang. Die Zugbahn und das Timing unterliegen zwar noch
Unschärfen, eine gänzlich andere Entwicklung hat aber keines der Modelle zu
bieten. Allerding sind gerade GFS und ICON im 6z Lauf deutlich langsamer als
IFS.
Danach wird unklar wie weit sich die kalte Luft wieder nach Süddeutschland
ausbreitet und ob es nach Wochenwechsel von Westen wieder milder wird.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die Ensembles stützen zu Beginn, bei der Sturmlage die Aussagen des Hauptlauf,
danach weichen die Lösungen deutlicher voneinander ab. Zu Erkennen ist das auch
am stark zunehmenden Spread der 850 hPa Temperatur, der teilweise von 0°C bis
-15°C reicht. Ein großer Teil der Member sieht dann schon ab Montag wieder
Tiefausläufer mit milderen Luftmassen und Niederschlägen über Deutschland.
Ob diese Milderung tatsächlich auch bodennah greift, oder hauptsächlich "nur" in
der unteren Troposphäre sei mal dahingestellt.

Für Freitag und Samstag werden 6 Cluster gebildet, die mit leicht abweichender
Geometrie und Phase der Tröge über Mitteleuropa aufwarten können. Auffällig ist,
dass etliche Cluster langsamere Abläufe zeigen, als Cluster 1, in dem auch der
Hauptlauf liegt.
Von Sonntag bis Dienstag stehen sich 2 fast gleich große Cluster gegenüber. Der
mit 26 Membern besetzte Cluster 1 bevorzugt zonalere Verhältnisse bei uns und
sieht nach der schon mehrfach erwähnten Milderung aus.

Die Lösungen für die erweiterte Mittelfrist streuen so sehr, dass keine
sinnvollen Aussagen darüber möglich scheinen.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Am Freitag kommt es bei Passage des Sturmtiefs im Norden und besonders im
Südwesten, darüber hinaus im gesamten Bergland zu teils schweren Sturmböen. An
der Küste und exponiert im Bergland zu orkanartigen Böen oder Orkanböen. Dazu
schneit es im Norden, teilweise bei Dauerfrost kräftig, um 10 cm in 12h, der
Schnee wird entsprechend verweht, Unwetter sind möglich. Im Süden und der Mitte
ist lokal Glatteis möglich, im Südosten auch etwas häufiger, Unwetter.
Vorübergehendes Tauwetter oder Dauerregen in einigen Staulagen der westlichen
Bergländer ist ebenfalls nicht ausgeschlossen.
Am Samstag schneit es vor allem im Süden teilweise kräftig. Im Bergland sind in
Staulagen um 10 cm, in einigen exponierten Lagen 20 bis 40 cm Neuschnee nicht
ausgeschlossen. An den Küsten, vor allem Ostsee ist es anhaltend stürmisch.
In der Folge beruhigt sich das Wetter, die Wahrscheinlichkeit für strengen
Nachtfrost steigt. Zum Wochenwechsel ist Glatteis nicht ausgeschlossen, falls
doch Tiefausläufer übergreifen.
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Basis für Mittelfristvorhersage
Mos, IFS und EPS
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Bernd Zeuschner


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